26.08.2014

ZDF-Doku: Auf der Spur der Menschenfresser. Wölfe!

Der Wolf steht in dem Ruf, eine blutrünstige Bestie, ein Menschenfresser zu sein. Unter Experten galt dies bislang als ein bloßes Gerücht, doch 2010 wurde in Alaska die Leiche einer Joggerin gefunden.
Der Film untersucht den Angriff von Wölfen auf diese Frau. Er bemüht sich um Objektivität und ist gut gemacht. Wir sollten aber dabei bedenken, dass es sich um Alaska handelt und die Situation daher nicht auf Deutschland übertragen werden kann.
Hier gehts zum Film.

Für eine ausführliche Untersuchung von (vermeintlichen) Wolfsangriffen auf Menschen und die Situation in Deutschland empfehle ich "Wolfsangriffe. Fakt oder Fiktion?"

Newsletter Wolf & Co September 2014

Der neue Newsletter "Wolf & Co September 2014" ist fertig und wird in zwei Tagen verschickt.
Wer den kostenlosen, monatlichen Newsletter noch nicht kennt und die neue Ausgabe nicht verpassen möchte, kann ihn hier abonnieren. Hier können Sie auch einen Blick auf den Inhalt des Newsletters werfen.
Newsletter Wolf & Co September 2015

21.08.2014

Großer Wurf im Daubaner Rudel

In diesem Jahr konnte im Daubaner Rudel bereits Ende Juli der Nachweis von Welpen erbracht werden. Aufnahmen einer automatischen Wildkamera (Fotofalle) zeigten sechs Welpen. In der vergangenen Woche gelang es einem Jäger und Hoppyfotografen nun im Revier des Daubaner Rudels 13 Welpen gleichzeitig zu filmen.

10 der 13 Welpen des Daubaner Rudel (© Spreefotograf Karsten Nitsch)

Für Wölfe in freier Wildbahn ist dies ein ungewöhnlich großer Wurf, bisher sind in Sachsen meist 4 bis 8 Welpen je Wurf nachgewiesen worden. Aus anderen Ländern sind jedoch auch Wurfgrößen von 10 Welpen bekannt.
Bei der großen Welpenanzahl ist es denkbar, dass es sich auch um zwei Würfe, z.B. von der Daubaner Wölfin und einer ihrer Töchter, handeln könnte. Das Wolfsmonitoring im Daubaner Revier soll diesbezüglich in dem laufenden Monitoringjahr Klarheit bringen. Vor allem das Sammeln und Auswerten von genetischen Proben (u.a. frischer Wolfskot) steht hierbei im Fokus.

Drei der 13 Welpen des Daubaner Rudel (© Tobias Bürger)

In Sachsen wurden bereits in den letzten Jahren Mehrfachwürfe nachgewiesen, z.B. im Fall der besenderten Wölfin „Marie“ (FT7) im Milkeler Rudel (Kontaktbüro berichtete).
In der Regel leben Wölfe in Kleinfamilien, bestehend aus den beiden Elterntieren mit ihren Nachkommen. Die meisten Jungtiere wandern im Alter von 1-2 Jahren ab. Einzelne Individuen können aber auch drei Jahre und länger in ihrem Elternrudel bleiben. Gelegentlich kommt es vor, dass in einem Rudel mehr als ein Wurf Welpen aufgezogen wird. Die Wissenschaftler sind sich einig, dass die Grundlage dafür eine hohe Nahrungsverfügbarkeit ist. Ist genügend Nahrung für alle vorhanden, werden auch ältere Nachkommen im Territorium länger geduldet. In solchen Fällen kann es dazu kommen, dass z.B. eine bereits erwachsene Tochter ebenfalls Welpen aufzieht.
Kommt es häufig zum Wechsel der Elterntiere, zum Beispiel aufgrund von natürlicher Mortalität, Verkehrsunfällen oder illegaler Bejagung, kann dies das Auftreten von Mehrfachwürfen ebenfalls begünstigen. Wenn der Vaterrüde eines Rudels umkommt und durch einen neuen männlichen Wolf ersetzt wird, kann sich dieser bei ausreichender Nahrungsgrundlage theoretisch sowohl mit der Fähe des Rudels als auch mit einer erwachsenen Tochter verpaaren.
Welche Situation im Daubaner Rudel gegeben ist, soll durch das laufende Monitoring geklärt werden. (Quelle)

Mehr zu den deutschen Wölfen im nächsten Wolf Magazin und im Newsletter Wolf &  Co September 2014.

19.08.2014

Thema "Wolfshybriden" im Kölner Express

Angeblich hat mich der Kölner Express in einem Artikel zum Thema "Wolfshybriden" zitiert, dass ich von 50.000 Wolfshybriden in Deutschland gesprochen habe.
Weder kenne ich den Artikel noch habe ich mit einem Reporter des Kölner Express gesprochen. Um es deutlich zu sagen,  die genannte Zahl ist FALSCH! Ich würde eine solche Zahl auch niemals nennen. In einem Artikel in einer Hundezeitung von 2006 (also vor acht Jahren!!!) habe ich von geschätzten 30.000 Tieren gesprochen. Ob diese Zahl noch stimmt, kann ich nicht bestätigen, da ich mich nicht mit Wolfshybriden, sondern ausschließlich mit wilden Wölfen befasse.
Ich lehne die Haltung von Hybriden grundsätzlich ab (ebenso wie die ganze extreme Szene dahinter) und gebe dazu keine weitere Auskunft mehr.
Wer einen sehr informativen und ausführlichen Bericht über Wolfshybriden lesen möchte, dem empfehle ich die Artikel "Hybriden - zwischen Haushund und Wolf" von Dorit Feddersen-Petersen, und "Wolfshunde und Wolfshybriden. Rassetypische Verhaltensprobleme aus zoolgischer Sicht" von Udo Gansloßer im Wolf Magazin 1-2013 "Wolf & Hund".

18.08.2014

§ 11 TierschG und seine Auswirkungen (Kommentar)

Kommentar von Tanya Carpenter, Autorin und Hundebesitzerin

Jeder der mich kennt weiß, dass Tiere für mich einen sehr hohen Stellenwert besitzen, und mir zuweilen sogar lieber sind als mancher Mensch. Insofern wäre die Änderung des Paragraphen 11 im Tierschutzgesetz vom Juli 2013 grundsätzlich erst einmal positiv zu sehen. Beinhaltet die Neuerung doch die Grundlagen für einen künftigen Hundeführerschein, mit dem man nachweisen muss, dass man in der Lage ist, einen Hund artgerecht zu halten und zu führen. Ein Hoffnungsschimmer für all die Hunde, die in unzumutbaren Verhältnissen dahinvegetieren müssen oder von ihren Besitzern als Mittel zum (manchmal äußerst fragwürdigen) Zweck gehalten werden.

Mehr ...

Vererbte Rudelstellung, was ist dran? Webseite des Monats

Endlich versucht jemand, alle Meinungen und Positionen zur sogenannten "vererbten Rudelstellung" darzulegen. Auf der Webseite "Rudelstellung klargestellt" findet der Interessierte Interviews, Artikel, Persönlichkeiten, Fakten, Hintergründe und Meinungen.
Z.B. ein großes Interview mit Günther Bloch zum Thema.

Es lohnt sich definitiv, hier reinzuschauen und sich ausführlich zu informieren:
http://rudelstellungen-klargestellt.de

Für das Wolf Magazin ist dies die Webseite des Monats. Mehr dazu auch im nächsten Wolf Magazin.

17.08.2014

Die neue Wolf Magazin Seite ist online

Der nächste Schritt in der Rundumerneuerung meiner Webseiten ist geschafft.
Die neue Wolf Magazin Seite ist jetzt online.

Wolf Magazin

Geplant ist jetzt noch eine Ausweitung mit einer Buchseite, wo die vom WM empfohlenen Büchern besprochen werden.

Viel Spaß damit.

13.08.2014

Toter Wolf mit Schussverletzung bei Lieberose aufgefunden

Stiftung und Umweltverbände verurteilen den Abschuss und sprechen sich für konsequente Strafverfolgung aus
Lieberose, 13. August 2014. Am 7. August wurde an der B 168 südlich von Lieberose auf der Fläche der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg ein erschossener Wolf ohne Kopf aufgefunden. Die hat Strafanzeige gegen Unbekannt bei der Staatsanwaltschaft Cottbus erstattet und spricht sich gemeinsam mit Umweltverbänden für intensive Ermittlungen aus.
Ein vorbeikommender Radfahrer entdeckte am 7. August einen Wolfskadaver am Fahrbahnrand der Bundesstraße 168 und informierte die Oberförsterei Lieberose. Mitarbeiter des Landesumweltamtes und der Oberförsterei bargen das tote Tier und überstellten es zur Untersuchung an das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin.
Bei der Untersuchung konnte eine Schussverletzung als Todesursache festgestellt werden. Das Abtrennen des Kopfes war den Untersuchungsergebnissen entsprechend nach dem Tod des Tieres erfolgt. Es handelt sich um ein männliches, vermutlich 2-3 Jahre altes Tier, dessen genaue Herkunft noch nicht geklärt werden konnte.
Die Fläche, auf der der Kadaver gefunden wurde, liegt im Naturschutzgebiet und gehört der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg. Seit 2009 sind in dem Gebiet wieder Wölfe heimisch. Die Stiftung hat eine Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet.
Der Wolf steht unter strengem nationalen und internationalen Schutz. „Das Verletzen und Töten von Wölfen als Verstoß gegen das Artenschutzrecht stellt einen Straftatbestand dar“ sagt Andreas Piela, Vorstandsmitglied der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg.
Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, NABU Brandenburg, WWF Deutschland, Zoologische Gesellschaft Frankfurt und Landesjagdverband Brandenburg verurteilen die Tat und sprechen sich für eine konsequente Strafverfolgung aus.
(Gemeinsame Pressemitteilung von Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, NABU Brandenburg, Zoolog. Gesellschaft Frankfurt, WWF Deutschland, Landesjagdverband Brandenburg)

09.08.2014

„Wolf verfolgt Landwirt“ oder die Sprache der Medien

Mal wieder ist ein „Raubtier“ aufgetaucht und hat einen Menschen „verfolgt“. Immer mehr Kadaver tauchen auf von Tieren die „offenbar von Wölfen gerissen wurden“.

Wenn ich dies lese (Bericht der az-online), dann sehe ich sie bildlich vor mir: Blutrünstige Wölfe, die über ein Schlachtfeld von gerissenen Tierkadavern steigen, um anschließend unschuldige Menschen zu verfolgen.

Eigentlich habe ich mir vorgenommen, derartige Berichte weder zu kommentieren, noch hier darauf hinzuweisen. Nicht so heute. Der Artikel mag für den Leser vielleicht harmlos erscheinen – ganz im Gegensatz zum Sensationsgeschrei des Tagesblatts mit den vier Buchstaben. Aber gerade hier ist mir die subtile Stimmung machende Sprache der Medien aufgefallen.

Das „Raubtier“ „verfolgt“ den Landwirt.

Wir wissen nicht, ob und wenn ja, warum der Wolf dem Landwirt gefolgt ist. Wir haben nur die Aussage des Landwirtes, also eines Laien, der keine genaue Verhaltensbeobachtung geben konnte – was aus seiner Sicht auch verständlich ist. (Hilfe! Ich werde von einem Wolf verfolgt!)
Ich erinnere an die Diskussion, als in Niedersachsen ein Bundeswehrsoldat von einem „Wolfsrudel verfolgt“ wurde. Es stellte sich heraus, dass es um drei neugierige Jungwölfe handelte, die sich völlig normal verhalten haben.

Hirschkalb gerissen. Toll, dass ohne zu zögern sofort der Wolf zum Täter gemacht wird, ohne zunächst das Gutachten von Experten abzuwarten. Den Leiter eines Rotwildhegerings zähle ich nicht zum Kreis der „Wolfsexperten“ (derer es schon mehr als genug gibt). Das zeigt sich schon an seinem unqualifizierten Kommentar.

Wie gerne wird von der Presse Panik geschürt. Die Auflage steigt, und die Jäger freuen sich, dass sie mal wieder einen Beweis haben, wie gefährlich doch die Wölfe sind.

Und dann reißt ein Wolf auch noch ein Hirschkalb!!! Immer wieder der gleiche Aufschrei. Ja mein Gott, was soll er denn sonst fressen? Schafe darf er nicht, wenngleich ihm die immer noch teilweise ungeschützt präsentiert werden. Da er schlecht zum Supermarkt kann, frisst er nun einmal das, was Wölfe so fressen: Hirsche, Schwarzwild, Mufflons.

Ich verfolge die Wolfsberichte in der Presse, und manchmal wird mir schlecht vor so viel Unkenntnis, Ignoranz und Sensationshascherei. Je nachdem, welche Zeitschrift berichtet, oder welcher Gesinnung der Redakteur ist, wird das Auftreten von Wölfen entsprechend zurechtgebogen.
Und ja, ich gestehe, dass auch ich nicht unvoreingenommen bin, das schreibe ich bereits auf der Homepage vom Wolf Magazin. Aber das Wolf Magazin ist eine Zeitschrift für Wolfsfreunde und genauso objektiv oder subjektiv wie eine Jagdzeitschrift. Nicht so jedoch eine regionale Tageszeitschrift. Ein wenig Neutralität wäre hier sehr wünschenswert.

Dem Leser kann ich nur empfehlen, sämtliche Berichte über „Wolfsverfolgungen“ oder vermeintliche „Wolfsrisse“, die sich darüber hinaus oft als Risse durch wildernde Hunde herausstellen, kritisch zu lesen und zu hinterfragen. Wer wissen will, wie gefährlich der Wolf wirklich ist, dem empfehle ich mein Buch "Wolfsangriffe. Fakt oder Fiktion?".

Und jetzt bediene auch ich mich einer reißerischen Methode, um Aufmerksamkeit für diesen Kommentar zu erlangen. Ich stelle dieses Bild hier ein (Foto: Gunther Kopp). Was zeigt es?


Einen angreifenden, aggressiven Wolf? Rotkäppchen aufgepasst!

NEIN, dieser Wolf wurde aufgenommen, als er einem Familienmitglied gegenüber sein Futter verteidigte!
Ein Bild, zwei Möglichkeiten der Interpretation. Wir als Journalisten und Reporter haben die Verantwortung, uns einer gemäßigten Sprache zu bedienen, wenn wir über ein derart emotionsbeladenes Thema wie den Wolf schreiben.