30.09.2015

Welttierschutztag am 4. Oktober: TASSO e.V. fordert Verbot des Abschusses von Hunden und Katzen durch Jäger

Foto: Gunther Kopp

Zehntausende Hunde und Katzen werden jedes Jahr von Jägern erschossen oder in Fallen gefangen und getötet. Genaue Statistiken existieren nicht, da lediglich in fünf Bundesländern die Zahlen erfasst werden. Zum Welttierschutztag am 4. Oktober 2015 fordert die Tierschutzorganisation TASSO e.V. ein bundesweites Abschussverbot von Haustieren durch Jäger. Hunde und Katzen sind zwar keine jagdbaren Tiere im Sinne des Jagdrechtes, dürfen aber im Rahmen des sogenannten Jagdschutzes getötet werden.
„Die derzeit gültigen Regelungen zum Haustierabschuss sind unverhältnismäßig, willkürlich und gehen weit über das hinaus, was zum Schutz von Wildtieren erforderlich ist“, sagt Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO. „So ist es erlaubt, Hunde, die in einem Jagdbezirk ohne ihren Halter oder außerhalb seines Einwirkungsbereichs wildernd angetroffen werden, zu erschießen. Katzen dürfen, je nach Bundesland und Jahreszeit im Abstand von 200 bis 500 Meter zur letzten Ansiedlung getötet werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie Wildtiere gefährden oder nicht.“

Vor dem Hintergrund der aktuell anstehenden Jagdrechtsnovellierungen weisen die Tierschützer darauf hin, dass weitaus mildere Maßnahmen als die Tötung wildernder Hunde und freilaufender Katzen angewendet werden können. Bereits jetzt kann mit geltendem Ordnungs- und Polizeirecht gegen wildernde Hunde und deren Halter vorgegangen werden. Darüber hinaus ist die Haltung von Hunden, die andere Tiere hetzen oder reißen, gemäß der Hundeverordnungen und -gesetze der Länder an zahlreiche Auflagen wie Wesenstest, Sachkundenachweis oder polizeiliches Führungszeugnis gebunden. „In diesem Zusammenhang bekräftigen wir unsere Forderung nach einer Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde sowie nach einer Einführung eines Sachkundenachweises für Hundehalter“, betont Mike Ruckelshaus.

Ebenfalls lehnen die Tierschützer das Töten freilaufender Katzen ab und verweisen auf die Einführung einer Kastrationspflicht als nachhaltigen Lösungsansatz. „Der Gesetzgeber hat hier mit der Einfügung des § 13b in das Tierschutzgesetz den Kommunen die rechtliche Grundlage geschaffen, Verordnungen zur Kastration, Kennzeichnung und Registrierung von Hauskatzen mit Freigang zu erlassen, um so die unkontrollierte Fortpflanzung von Katzen einzudämmen. Mit dieser Maßnahme wird mittelfristig die Population der Streunerkatzen drastisch gesenkt werden“, erläutert Mike Ruckelshaus.

„In der Beziehung zwischen Mensch und Haustier hat sich in den vergangenen Jahren ein gesellschaftlicher Wandel vollzogen, der sich endlich auch in der Jagdgesetzgebung niederschlagen muss. Wissenschaftliche Studien belegen, dass Menschen ihre Hunde und Katzen als vollwertige Familienmitglieder empfinden. Der Abschuss eines geliebten Haustieres bedeutet auch immer unendliches Leid für die Besitzer und ihre Familien“, erklärt Mike Ruckelshaus abschließend.


25.09.2015

TV-Tipp: Brauchen wir noch Jäger?

WDR 29. 9. und 3. Okt. (Wdh.)

Warum Menschen auf Tiere schießen

Quarks & Co beschäftigt sich am 29.9.15 mit Jägern und in dem Zusammenhang
natürlich auch mit Wölfen und Luchsen aber auch mit der Jagdhundausbildung.


Zur Sendungsübersicht hier ...



22.09.2015

Rheinland-Pfalz: DNA-Spur weist auf Wolf im Pfälzerwald hin

Die Überprüfung von DNA-Spuren an einem gerissenen Reh im Pfälzerwald hat ergeben, dass die DNA von einem Wolf stammt. „Damit steht fest, dass der Wolf erneut nach Rheinland-Pfalz zurück gekehrt ist“, teilte Umweltministerin Ulrike Höfken am Montag mit. Das gerissene Reh habe eine Forstwirtin bereits am 28. August im Wald von Ludwigswinkel bei Pirmasens aufgefunden. Die Wolfsexperten von der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in Trippstadt (FAWF) ließen eine DNA-Probe vom Senckenberg Institut für Wildtiergenetik überprüfen, die das Ergebnis heute mitteilte. Nach derzeitigem Stand sei davon auszugehen, dass das Tier aus der nordosteuropäischen genetischen Linie stammt. Zur weiteren Identifizierung und Zuordnung des Wolfes werde das Senckenberg Institut genauere Analysen durchführen.
Ministerin Höfken rief in Anbetracht der Wolfsmeldung zur Besonnenheit auf: „Es besteht kein Grund zur Panik, denn der Wolf ist ein sehr vorsichtiges Tier, das Menschen aus dem Weg geht.“ Erfreulich sei, dass sich die Natur im Pfälzerwald so entwickelt habe, dass ehemals heimische Tiere wie der Wolf wieder hier leben können. 2012 war im Westerwald der erste Wolf nach über 100 Jahren nachgewiesen und später illegal erschossen worden. „Inzwischen haben wir uns in Rheinland-Pfalz auf die Rückkehr des Wolfes vorbereitet“, erklärte die Ministerin. Gemeinsam mit Schäfern, Tierhaltern, Jägern und Naturschützern sei ein Wolfsmanagementplan erarbeitet worden. Das Land stelle Ansprechpartner und unterstütze Landwirtschaft und Schafshalter. So würden Vorsorgemaßnahmen gefördert und im Schadensfall entschädigt.
Das Ministerium wird den Wolfsnachweis im Pfälzerwald aufmerksam verfolgen und weitere mögliche Hinweise aufnehmen, so Höfken. Sollte sich das Risiko für Nutztiere erhöhen, könne das Land Präventionsgebiete ausweisen. Dort können Tierhalter finanzielle Unterstützung zum Beispiel für Zäune erhalten, die von den Wölfen nicht überwunden werden.

Für alle Fälle im Umgang mit Wölfen hat das Umweltministerium eine zentrale Hotline eingerichtet: Unter der Telefonnummer 06306 911 199 oder der E-Mail wolf@snu.rlp.de<mailto:wolf@snu.rlp.de> erhält man Beratung bei Präventionsmaßnahmen, bei einem Schaden an Nutztieren, Jagd- oder Hütehunden - oder kann Hinweise melden, informierte Ministerin Höfken.

16.09.2015

Schweden: Wolf von Schweinen angegriffen

Dieser Wolf hat eine Schweine-Angst!

Nicht gerade ruhmreich ging ein Wolf in Schweden auf Beutezug. Die vermeintlichen Opfer wussten sich nämlich zu verteidigen und jagten dem Raubtier eine Schweineangst ein.

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14.09.2015

Sachsen: Übergriffe auf Schafe im Rosenthaler Raum

In den letzten vier Wochen gab es im Raum Königswartha, Puschwitz und Wittichenau (Landkreis Bautzen) 16 gemeldete Übergriffe von Wölfen auf Schafe. Die Übergriffe fanden im Territorium des Rosenthaler Rudels statt. Es handelte sich dabei sowohl um nicht oder unzureichend geschützte Schafe, als auch um Schafe die nach den geforderten Mindestschutzstandards gesichert waren. In einigen dieser Fälle wird davon ausgegangen, dass der oder die Wölfe den Elektrozaun übersprungen haben.
Im Territorium des Rosenthaler Rudels (siehe Karte) ist es daher nun erforderlich Elektrozäune durch die Anbringung eines „Flatterbandes“ (Breitbandlitze), welches ca. 20 - 30 cm über den Zaun gespannt wird, zusätzlich zu sichern. Das benötigte Material (Breitbandlitze, Weidepfähle) kann kostenfrei bei der Biosphärenreservatsverwaltung ausgeliehen werden. Kontakt: Herr Klingenberger, Tel. 035932/36531, E-Mail: andre.klingenberger@smul.sachsen.de
Diese zusätzliche Schutzmaßnahme ist voraussichtlich für die Dauer eines Jahres notwendig.

Wenn Wölfe wiederholt erfolgreich unzureichend geschützte Nutztiere töten können, lernen sie, dass diese deutlich einfacher zu erbeuten sind, als ihre natürlichen Beutetiere Rehe, Hirsche oder Wildschweine. Im Ergebnis dieses Lernprozesses kann es dazu kommen, dass Wölfe gezielt versuchen geschützte Schafe zu töten. Deshalb ist es wichtig, dass möglichst alle Schafe und Ziegen im Wolfsgebiet ausreichend geschützt werden.
Bereits vor einigen Jahren gab es im Freistaat Sachsen im Norden des Landkreises Bautzen die Situation, dass Elektrozäune von einem Wolf wiederholt übersprungen wurden. Nach dem Spannen von „Flatterband“ bei den betroffenen Tierhaltern und dem Einsatz von Herdenschutzhunden in einem größeren Schäfereibetrieb hörte die Serie an Übergriffen auf.

Das Sächsische Wolfsmanagement appelliert an alle Schaf- und Ziegenhalter, der Verantwortung für ihre Tiere gerecht zu werden und diese entsprechend zu schützen. Die Schutzmaßnahmen sollten den geforderten Mindestschutzstandards entsprechen. Dazu gehören die Verwendung von mind. 90 cm hohen stromführenden Zäunen oder Festkoppeln von mind. 120 cm Höhe. Dies empfiehlt sich schon aus Gründen der Weidesicherheit und sollte gute fachliche Praxis bei der Weidetierhaltung sein. Bei kleinen Tierbeständen kann auch die Unterbringung in einem festen Stall über Nacht eine Alternative sein.
Tierhalter sollten ihre Zäune regelmäßig auf Schwachstellen prüfen und diese zeitnah beseitigen. Die Umzäunung darf keine Durchschlupfmöglichkeiten am Boden bieten. Wichtig ist auch, dass alle Seiten der Koppel geschlossen sind – über offene Gräben können Wölfe leicht eindringen. Bei stromführenden Zäunen sollte ausreichend Spannung (mind. 2.500 V) anliegen. Außerdem sollte die Koppel nicht zu klein sein, damit die Tiere selbst bei einem versuchten Übergriff durch einen Wolf genügend Platz zum Ausweichen haben und nicht aus der Koppel ausbrechen. Einen hundertprozentigen Schutz gibt es allerdings nicht.

Wenn Tierhalter bei der täglichen Kontrolle ihre Nutztiere tot vorfinden und die Vermutung besteht, dass ein Wolf der Verursacher sein könnte, dann ist zeitnah  (innerhalb von 24 h) das zuständige Landratsamt zu informieren, damit eine Begutachtung vor Ort organisiert werden kann.

Zum präventiven Schutz haben Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern im Freistaat Sachsen die Möglichkeit, sich Herdenschutzmaßnahmen fördern zu lassen.

Territorium Rosenthal; Copyright LUPUS

06.09.2015

WeltN24 Themenschwerpunkt am Sonntag auf allen Kanälen: "Wölfe: Die Rückkehr der Raubtiere nach Deutschland"

Berlin (ots) - WELT-Gruppe und N24 widmen der "Rückkehr der Wölfe" am Sonntag, den 6. September, ein umfassendes trimediales Spezial: neben einer Reportage auf N24 und einem großen Artikel in WELT am SONNTAG, werden spannende Webvideos, rund um das lange in Deutschland ausgestorben geglaubte Raubtier, auf Welt.de und N24.de zu sehen sein.

150 Jahre lang galt der Wolf hierzulande als ausgerottet, zur Jahrtausendwende wagte er jedoch die Rückkehr. 15 Jahre nachdem das erste Wolfspaar in der sächsischen Lausitz gesichtet wurde, gibt es heute bereits deutschlandweit wieder 35 nachgewiesene Rudel. Nach anfänglichem Jubel über die Wiederansiedlung, ist die Euphorie jedoch vielerorts verflogen. Gerade im dicht besiedelten Nordwesten der Republik sorgt Isegrim für reichlich Ärger. Bisher sind es nur Schafe, Kälber und neuerdings auch Fohlen, die vom großen Beutegreifer gejagt werden. Doch es verbreitet sich die Sorge darüber, dass früher oder später auch Menschen in sein Beuteschema fallen könnten. Diese alte Angst vorm bösen Wolf sehen Tierschützer als unbegründet an und feiern stattdessen die Wiederansiedlung als großen Erfolg für den Naturschutz. Die Reportage "Hilfe - Hurra die Wölfe kommen: Die Rückkehr der Raubtiere nach Deutschland" beleuchtet die widersprüchliche, zum Teil hitzig geführte Debatte zwischen Naturschützern, Jägern und Landwirten um die Rückkehr des größten heimischen Raubtiers.

N24 zeigt die Reportage in Deutscher Erstausstrahlung am 6. September um 20.05 Uhr.

obs/FOTO © WeltN24 GmbH

04.09.2015

Schweden: Wolf nach Übergriff auf Jagdhund erschossen

2015 bereits 69 getötete Wölfe

Die Internetseite von Sveriges Television (svt) berichtet, dass am Morgen des 3. Septembers ein Wolf im Zusammenhang mit einem Übergriff auf einen Jagdhund getötet wurde.
Der Vorfall ereignete sich südöstlich von Filipstad, in der Nähe von Brattfors, Provinz Värmland.

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02.09.2015

Der Wolf - die lebende Legende

"Wer hat Angst vorm bösen Wolf?", heißt es im Kinderspiel. Nun breitet sich der Räuber in Deutschland wieder aus und die Menschen fragen: "Was, wenn er kommt?" Unterwegs im Revier eines deutschen Mythos.

Gunda Bartels hat im Tagesspiegel einen umfassenden Bericht zum Wolf geschrieben - und sie hat sogar das "Wolf Magazin" erwähnt :-)

Lesen Sie den ganzen Bericht hier ...

Foto © Gunther Kopp

01.09.2015

Schweiz: Wolfsabschuss bewilligt

Staatsrat Jacques Melly ordnete heute den Abschuss eines Wolfs an, der zwischen dem 25. Juni und 25. August 2015 auf den Alpen im Turtmanntal und der Augstbord-Region 44 Schaffe gerissen hat. Der Bewilligungsentscheid stützt sich auf das Jagdgesetz und die Jagdverordnung des Bundes.

Aus den in den letzten beiden Jahren erfolgten Angriffen geht hervor, dass sich das Streifgebiet des Wolfs derzeit vom Turtmanntal bis nach Törbel-Bürchen erstreckt.

Gemäss der seit 15. Juli 2015 rechtskräftigen Revision der Jagdverordnung (JSV) darf ein einzelner Wolf abgeschossen werden, wenn er in seinem Streifgebiet mindestens 15 Schafe getötet hat, nachdem im Vorjahr bereits Schäden zu verzeichnen waren, wobei Schäden nur berücksichtigt werden dürfen, sofern zumutbare Schutzmassnahmen ergriffen worden sind.

Der Bund fördert den Einsatz von Herdenschutzhunden, um Schäden an Nutztieren durch Grossraubtiere vorzubeugen. In der konkreten Situation hielt die kant. Dienststelle für Landwirtschaft (DLW) diese Massnahme aber für ungenügend bzw. ungeeignet und schlug daher andere Vorkehrungen vor, wie das Behirten, Einzäunen und Nachtpferche.

Nach den Angriffen im Vorjahr und auf der Grundlage unterzeichneter Absichtserklärungen haben die Alpbetreiber von Törbel-Bürchen und Oberems-Turtmanntal die betrieblich zumutbaren Massnahmen umgesetzt (Zusammenlegung der Alpen, ständige Behirtung, Umzäunungen und Nachtpferche; im Oberems-Turtmanntal auch Schutzhundeeinsatz). Die Absichtserklärungen beinhalten auch Massnahmen für den Schutz und die Bewirtschaftung der Alpen in Zukunft.

Auf dieser Grundlage kam die für den Herdenschutz zuständige DLW in ihren Berichten vom 12., 21. und 26. August 2015 zum Schluss, dass die zumutbaren Massnahmen auf den schützbaren Alpen getroffen worden sind.

Daher erachtete der Vorsteher des Departements für Verkehr, Bau und Umwelt die Voraussetzungen für den Abschuss des Wolfes gemäss den gesetzlichen Bestimmungen als erfüllt und ordnete diesen folglich auch an. Die Abschussbewilligung gilt für 60 Tage, und solange es auf den betroffenen Alpen noch Schafe hat (was gegenwärtig in Bürchen-Törbel und Oberems-Turtmanntal noch der Fall ist). (Quelle)

Foto © Gunther Kopp

Stellungnahme Gruppe Wolf Schweiz
 
Das ist für die Gruppe Wolf Schweiz klar rechtswidrig und damit nicht akzeptabel. Während sie für die Abschussbewilligung eines Wolfes in Uri Verständnis zeigte und diejenige im Val d’Anniviers zwar kritisierte, aber nicht weiter intervenierte, wird sie diese Abschussbewilligung nicht hinnehmen. Die Kriterien für eine Abschussbewilligung sind eindeutig nicht erfüllt. 

Die Rechtswidrigkeit ergibt sich aus zwei Gründen: Erstens wurden für die Abschussbewilligung zahlreiche gerissene Nutztiere gezählt, die nicht geschützt waren, zweitens ist im Gebiet seit einem Jahr ein Wolfspaar nachgewiesen, das möglicherweise Junge hat. Gemäss den Vorgaben für Abschussbewilligungen in der Jagdverordnung, dürfen aber in langjährigen Wolfsgebieten nur Risse an ausreichend geschützten Nutztierherden für Abschussbewilligungen gezählt werden, zudem sind Einzelabschüsse in Rudelgebieten nicht erlaubt. Dort käme einzig ein Regulierungseingriff in Frage, bei dem aber nur Jungtiere erlegt werden dürfen und der der Zustimmung des BAFU unterliegt.

Ein Wolfsabschuss nur zehn Tage vor dem Ende der Alpzeit in einem Gebiet, wo möglicherweise Jungtiere geboren wurden, ist unverständlich. Die zeitliche und örtliche Abfolge der Schäden legen zudem nahe, dass nicht einer, sondern mehrere Wölfe für diese verantwortlich sind. Der Verdacht liegt daher auf der Hand, dass für die Erteilung einer Abschussbewilligung die Schäden von mehreren Wölfen zusammengezählt wurden.

Stossend ist ferner, dass für die Abschussbewilligung die zahlreichen Risse auf der Moosalp ausschlaggebend waren. Auf dieser wurde im Sommer kein angemessener Herdenschutz betrieben. Weder die Behirtung tagsüber, noch die Führung der Herde in teilweise offenen Koppeln – beides wichtige Massnahmen zur Herdenführung, die die GWS explizit würdigt -, stellen einen Herdenschutz dar. Bei der Zäunung der Koppel (elektrifizierter 3-facher Litzenzaun) handelt es sich zudem auch nicht um einen Schutzzaun. Diese Zäune werden problemlos von allerlei Wildtieren überwunden und auch von den Schafen selbst regelmässig passiert. Dass sie einen Wolf nicht abhalten, ist hinreichend bekannt. Erst Mitte August wurden die Bemühungen derart intensiviert, dass aktuell zumindest von einem Teilschutz der Herde gesprochen werden kann. Seither wurde folglich auch nur noch ein einziges Schaf gerissen. Die Entscheidung der Walliser Behörden, die bis Mitte August 25 auf der Moosalp gerissenen Schafe als angemessen geschützt zu betrachten, ist für die GWS deshalb eindeutig rechtswidrig. Dieser Entscheid stellt zudem einen heftigen Schlag ins Gesicht all derjenigen Alpbewirtschafter dar, die ihre Herden mit den gängigen Massnahmen tatsächlich schützen.

Aus genannten Gründen lehnt die GWS die Abschussbewilligung für einen Wolf im Gebiet Augstbord-Turtmanntal entschieden ab und wird diese nach Kräften bekämpfen. (Quelle)