29.02.2016

Niedersachsen: Stand der Maßnahmen zum Wolf


Umweltminister Wenzel informiert über den Stand der Maßnahmen zum Thema Wolf - Unterschriftenlisten übergeben

Der Niedersächsische Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz Stefan Wenzel hat heute (Montag) über den aktuellen Stand zu den Maßnahmen der Vergrämung und gegebenenfalls zur Entnahme des besenderten Wolfsrüden aus dem Bereich Munster informiert.
Derzeit laufen die rechtlichen und organisatorischen Vorbereitungen.
Die Maßnahmen entsprechen den Empfehlungen der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes und des niedersächsischen Arbeitskreises Wolf.
Alle Antragsverfahren wurden eingeleitet. Bei der Vergrämung eines unter Artenschutz stehenden Tieres müssen umfangreiche Auflagen erfüllt werden.
Die Absprachen mit dem schwedischen Vergrämungsexperten sind erfolgt.
Die Maßnahmen werden zeitnah beginnen; sie sind auf einige Tage angelegt.

Umweltminister Stefan Wenzel hat sich am heutigen Tage für die Übergabe einer Liste mit über 6000 Unterschriften "Gegen die Tötung des Wolfs in Münster" bedankt und den Initiatoren versichert, dass alle Maßnahmen streng nach Recht und Gesetz erfolgen. "Beim niedersächsischen Wolfsmanagement steht die Sicherheit der Menschen im Mittelpunkt und es wird keinen Verstoß gegen das Artenschutzrecht geben", sagte der Minister.

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28.02.2016

Rezension: Leitwölfe sein

Leitwölfe sein
Liebevolle Führung in der Familie

Jesper Juul
Beltz, 2016
224 Seiten
ISBN 978-3407864048
16,95 €

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Inhalt
Was Eltern im Beruf gelingt, bereitet zu Hause oft Schwierigkeiten: Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen, auch Unpopuläres durchsetzen. Fehlende Vorbilder und die Angst, ihren Kindern Schaden zuzufügen, hindern Eltern daran, ihre Führungsrolle in der Familie auszufüllen. In seinem neuen Buch definiert der berühmte Familientherapeut die Führung innerhalb der Familie neu und bietet Lösungen, die durch Gleichwürdigkeit und ein zeitgemäßes Autoritätsverständnis die Balance in der Familie herstellen. Wie Mütter und Väter sich ihren Wunsch nach Stärke und Geborgenheit erfüllen und den Kindern liebevolle Orientierung geben – Jesper Juuls kreative Vorschläge unterstützen sie darin, einen Führungsstil zu entwickeln, an dem alle wachsen: Kleinkind, Teenager und nicht zuletzt die Eltern selbst.

Rezension
Leitwölfe sein. Liebevolle Führung in der Familie. Was liegt da für jemanden wie mich näher, als das Buch gründlich nach Wölfen zu durchforsten. Aber schon ein Blick auf den Klappentext hätte mich eines Besseren belehren sollen.
Es geht in diesem Buch ausschließlich um Familientherapie und Kindererziehung. Zu diesem Thema ist es ohne Zweifel hervorragend geschrieben. Wer jedoch aufgrund des Titels hofft, irgend etwas „wölfisches“ zu erfahren, der wird enttäuscht. Auf 216 Seiten gibt es ganze 15 ZEILEN (S. 73), in denen etwas zu Leitwölfinnen steht – übrigens mit Hinweis auf unser Buch „Wölfisch für Hundehalter“. Das war’s dann schon. Ein Buch wird nicht zum Wolfsbuch, indem man gelegentlich in die Überschriften das Wort „Leitwolf“ einstreut oder die einzelnen Kapitel mit kleinen Wolfs- und Pfotengrafiken unterteilt. Vielleicht wollte man aufgrund des Wolf-Hypes das Thema „Erziehung“ interessant machen – was ein Jesper Juul nicht nötig hat.
Wer also etwas über Wölfe erfahren will, kann sich das Geld für das Buch sparen. Zur Titelauswahl muss ich leider sagen: Thema verfehlt! (ehr)

27.02.2016

Rezension: Hunde unter Wasser

Hunde unter Wasser
Seth Casteel
Riva, 2012
144 Seiten
ISBN 978-3868832808
16,99 €

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Inhalt
Fesselnde Bilder aus dem Unterwasserleben von Hunden.
Der Bildband "Hunde unter Wasser" zeigt Hunde, wie sie noch nie zuvor porträtiert wurden. Der preisgekrönte Fotograf Seth Casteel verfügt über eine besondere Technik, mit der er Vierbeiner vom Grunde eines Schwimmbades aus fotografieren kann, während diese ins Wasser eintauchen. Die Bilder, die dabei entstehen, bieten spektakuläre Impressionen, der Anblick der Hunde erinnert teilweise an Urzeittiere, Fische, tauchende Babys, …. Vom Labrador, über den Spaniel bis hin zum Border Collie hat Seth Casteel fast jede gängige Hunderasse mit dieser neuartigen Technik abgelichtet. Die 80 außergewöhnlichen, großformatigen Portraits zeigen eine noch nie gesehene Darstellung des ältesten Freundes des Menschen. Der Bildband ist das perfekte Geschenk für jeden Hundefreund und jeden, der sich für Fotografie begeistert.

Rezension
Als Besitzerin eines Labradors bin ich mit einem „Wasserhund“ gesegnet. Ich habe zahlreiche Fotos meiner Hündin – im Wasser schwimmend, ins Wasser springend, aus dem Wasser triefend nass auftauchend und im Wasser tauchend. Jedoch habe ich noch nie Aufnahmen unter Wasser machen können.
Dieses Buch ist köstlich. Es bringt mich mehr als einmal zum Lachen. Großartige Aufnahmen aus ungewöhnlicher Perspektive. Am Ende des Buches darf man die Models dann trocken erleben. Nicht jedes Foto konnte ich dabei dem nassen Hund zuordnen.
Mein Kompliment für diese großartigen Aufnahmen. (ehr)

26.02.2016

Rezension: Nasse Hunde

Nasse Hunde
Sophie Gamand
Riva, 2015
144 Seiten
ISBN 978-3868835045
16,99 €

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Inhalt
In ihrer Fotoserie »Wet Dogs« hat die französische Fotografin Sophie Gamand die wundervollen Gesichtsausdrücke von Hunden, die gerade ein Vollbad hinter sich haben, eingefangen. Genervt, wütend, um Mitleid heischend oder stoisch gelassen – eine halbe Sekunde, bevor sie das Wasser aus ihrem Fell schütteln, geben Sophies Fotografien das gesamte Gefühlsspektrum der nassen Hunde wieder.

Rezension
Nach dem Buch „Hunde unter Wasser“ war ich sehr gespannt auf dieses Buch. In ihren Fotos hat die Fotografin ungewöhnliche Momente aufgefangen – solche, in denen der pitschnasse Hund aus der Dusche kommt, kurz bevor er sich schüttelt. Ich kann mir vorstellen, wie schwer das war. „Bleib!“, „Still!“, „Nein, nicht schütteln – NICHT schütteln!“
Die Fotos sind großartig. Die Überwiegende Emotion bei mir ist jedoch eher ein „Och Nö!“, „Oh je“, „Das arme Hascherl.“ Ich kann nicht umhin, mit den begossenen Pudeln, Terriern und anderen Hunden Mitleid zu empfinden.
Gar nicht gefallen haben mir die „aufgehübschten“ Hunde mit Badehaube, Schleifchen, Brille und anderem überflüssigem Schnickschnack. Das nimmt den Tieren meiner Ansicht nach ihre Würde, die sie ohne das Tamtam trotz pudelnassem Aussehen hatten.
Übrigens – meine Labradorhündin hat in ihrem elfjährigen Leben weder eine Dusche noch Shampoo erlebt. Glücklicher Hund! (ehr)

"Den Wölfen auf der Spur" – Wolfsbetreuer des Landes Schleswig-Holstein starten Fotofallenprojekt



KIEL. Die Wolfsbetreuer in Schleswig-Holstein starten ein neues Fotofallenprojekt, um mehr Kenntnisse über Wölfe im Land zu gewinnen und besser informieren zu können. Dazu sollen in den kommenden Monaten 114 Wildkameras oder Fotofallen aufgestellt werden. Der Datenschutz wurde dabei berücksichtigt und mit dem Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) im Rahmen abgestimmt. Dies teilte das Umweltministerium heute (26. Februar 2016) mit.

"Die Debatte über Wölfe in Schleswig-Holstein wurde und wird intensiv geführt. Wir wollen mit dem Projekt möglichst umfangreiche Informationen über Wölfe im Lande erhalten, um die Öffentlichkeit mit Hilfe der Daten breit informieren zu können. Mit Kameras in Wäldern ist aber aus Datenschutzgründen sehr sensibel umzugehen – in der Natur sollen sich die Menschen ja frei bewegen können. Deshalb haben wir gemeinsam mit dem ULD Leitlinien erarbeitet, die vollumfänglich berücksichtigt werden", sagte Staatssekretärin Silke Schneider. Sie bedankte sich zugleich bei den ehrenamtlichen Wolfsbetreuern für ihr großes Engagement: "Es ist vorbildlich, mit wie viel Herz und Sachverstand sie dabei sind."

Die Idee für das Wildkamera-Projekt kommt von den rund 70 ehrenamtlichen Wolfsbetreuern. Ziel ist es, dem gestiegenen Informationsbedürfnis gerecht zu werden. So äußerten vor allem die Halterinnen und Halter kleiner Nutztiere – insbesondere von Schafen – den Wunsch, zeitnah über das Auftreten von Wölfen in den verschiedenen Regionen des Landes informiert zu werden. Darüber hinaus sind auch die Berichtspflichten gegenüber der EU zur Entwicklung der Wolfsvorkommen im Lande gestiegen.

Um dem gerecht zu werden, entstand im Kreise der Wolfsbetreuer die Idee, nicht nur anhand eines sogenannten passiven Monitorings (z.B. Nachweise im Rahmen von Nutztierrissen, Kotproben usw.) Daten zur Besiedlung Schleswig-Holsteins durch den Wolf zu erarbeiten, sondern auch aktiv entsprechende Informationen zu gewinnen. Aufgrund der besonderen Mobilität des Wolfes und seiner speziellen Lebensweise eignen sich hierzu vor allem Wildkameras oder Fotofallen, die automatisch Fotos machen, wenn Tiere in den Bereich eines Sensors der Kamera gelangen.
Zur Umsetzung dieses Vorhabens stellten die Wolfsbetreuer in Zusammenarbeit mit der Stiftung Natur im Norden bei "Bingo! – die Umweltlotterie" einen Antrag zur Beschaffung von Fotofallen der neuesten Generation. Damit die angeschafften Fotofallen möglichst effizient eingesetzt werden können, wurden die teilnehmenden Wolfsbetreuer im Februar diesen Jahres im Rahmen einer speziellen Schulung mit dem Umgang und der Aufstellung der Geräte vertraut gemacht.

Gemeinsam mit dem ULD wurden zu den datenschutzrechtlichen Fragen Leitlinien entwickelt, die einen rechtskonformen Einsatz der Fotokameras ermöglichen und den Rechten der Bürgerinnen und Bürger in Bezug auf den Datenschutz umfänglich Rechnung tragen.
  • Alle Fotofallen sollen so aufgehängt werden, dass eine Erfassung personenbezogener Daten vermieden wird. Fotofallen sollen bevorzugt in nicht-öffentlichen Bereichen aufgehängt werden, die nicht betreten werden dürfen (z.B. in Naturschutzgebieten oder an Querungshilfen wie Grünbrücken).
  • Da Wölfe bevorzugt nachts unterwegs sind, sollen die Fotofallen so eingestellt werden, dass Fotos möglichst nur nachts aufgenommen werden.
  • Im unmittelbaren Umfeld aller Fotofallen werden gut sichtbar Warnschilder angebracht, die vor den Kameras warnen. Alle Fotofallen und ihre Gehäuse sind mit dem Landeslogo, einer individueller Nummer, einer Kontakt-Telefonnummer und dem Einsatzzweck ("Wildtiermonitoring") beschriftet.
  • Alle Fotofallenstandorte werden auf der für jedermann zugänglichen Website www.wildkamera-sh.de lagegenau bekannt gegeben.
  • Die interessantesten Ergebnisse der Fotofallen und alle Wolfsbilder – soweit sie den Schutz des Wolfes nicht gefährden – werden zeitnah auf der oben genannten Website online gestellt.
  • Bilder von Personen, die trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch noch erfasst werden, werden beim Auslesen der Speicherkarten sofort endgültig gelöscht.
Das ULD hat dem Projekt der Wolfsbetreuer mit dieser Verfahrensweise einen vorbildlichen Umgang mit Fotofallen bescheinigt. Es wurde mit dem ULD verabredet, regelmäßig über die gemachten Erfahrungen zu berichten und das oben genannte Prozedere gegebenenfalls anzupassen. Sollten einzelne Fotofallen trotz aller Bemühungen doch einmal als störend empfunden werden, wird gebeten, dies über die Wolfshotline des Landes (0151-40146585) mitzuteilen.

Hintergrund
Nach dem ersten Auftreten eines freilebenden Wolfes im Jahr 2007 wurden bis zum Jahr 2014 nur wenige Nachweise in Schleswig-Holstein bekannt. Auch Zwischenfälle mit Wölfen – insbesondere Übergriffe auf Nutztiere – wurden nur vereinzelt registriert.
Danach wurden – eingehend mit der zunehmend positiven Populationsentwicklung in ganz Deutschland – häufiger Wölfe und vor allem auch Übergriffe auf Nutztiertiere registriert, so dass sich das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium (MELUR) entschloss, das bis dahin überwiegend von externen Kräften durchgeführte Wolfsmanagement enger an die vorhandenen behördlichen Einrichtungen anzubinden und das schleswig-holsteinische Wolfsmonitoring an die veränderten Bedingungen anzupassen. Neben der Erhöhung personeller Kapazitäten im Rahmen von Management und Monitoring des Wolfs wurde insbesondere auch die Anzahl der in Schleswig-Holstein zur Verfügung stehenden Wolfsbetreuer von bis dahin etwa vierzig auf etwa siebzig erhöht. Die Wolfsbetreuer sind im Rahmen der Erledigung ihrer Aufgaben Beauftragte des MELUR und dafür mit gewissen Rechten ausgestattet. Bei den Wolfsbetreuern handelt es sich zwar um ehrenamtliche tätige Fachleute, sie verfügen aber entweder aufgrund ihrer beruflichen Erfahrungen oder ihres persönlichen Werdegangs in der Regel über ein großes Wissen in Bezug auf den Umgang und das Monitoring heimischer Wildtiere. (Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume)

25.02.2016

Mehrfachtötung von Schafen ist KEIN Blutrausch und KEINE Mordlust

Dringen Wölfe in eine Schafherde ein und töten mehrere Tiere, ist der Schock und die Wut der Besitzer bei diesem Anblick absolut verständlich. Dennoch ist der Wolf kein »blutrünstiger Massenmörder«.

Das Phänomen der Mehrfachtötungen ist bisher noch nicht ausreichend erforscht.
Das wissen wir bisher:
Wie viele Beutetiere ein Wolf auf einmal tötet und wie viel er von seiner Beute frisst, hängt auch davon ab, wie leicht die Tiere zu töten sind. Weidetiere besitzen keine natürlichen Verteidigungsmethoden gegen Wolfsangriffe und sind außerdem in einem Gatter unausweichlich zusammengepfercht. Für einen Wolf sind sie leichte Beute – im Gegensatz zu wilden Beutetieren, hier gibt es kaum Mehrfachtötungen.
Was passiert, wenn Wölfe mehr Tiere töten, als sie fressen können?
Die Wölfe befinden sich zunächst in einer Situation, die gänzlich anders ist, als sie sie normalerweise kennen. Gesunde wilde Beutetiere sind schwer zu erlegen. Werden sie angegriffen, fliehen sie oder stellen und wehren sich. Treffen die Beutegreifer jedoch auf eine Schafherde, finden sie dort leichte Beute im Überfluss. Wölfe, die normalerweise nicht wissen, wann und woher sie das nächste Futter herbekommen, sind darauf programmiert zu töten, wann immer es möglich ist. Beim »Surplus Killing« läuft wie bei jeder Jagd das ganz normale »Programm« ab: Rennende Schafe lösen immer wieder von Neuem den Tötungsreflex beim Beutegreifer aus. Zum Fressen kommt der Wolf dabei nicht, weil er durch die anderen rennenden Schafe immer wieder unterbrochen wird. Die getöteten Tiere bleiben liegen.
Normalerweise fressen Wölfe einen Kadaver so weit wie möglich auf. Ich kann in Yellowstone immer wieder beobachten, dass Wolfsfamilien einen Kadaver innerhalb weniger Tage komplett vertilgen – es sei denn, sie werden dabei gestört oder andere Aasfresser beteiligen sich am Festschmaus. Oft legen die Wölfe auch Lager an, wo sie das Fleisch verstecken. Darum muss eine solche Mehrfachtötung keine „Verschwendung“ für den Wolf bedeuten. Hätte er die Gelegenheit, würde er zurückkommen und die restlichen Tiere auffressen. Dave Mech berichtet aus Alaska, wo sieben Wölfe mindestens 17 Karibus getötet hatten. Natürlich konnten sie sie nicht alle auf einmal auffressen. Aber innerhalb von fünf Tagen waren 30 bis 95 Prozent eines jeden Kadavers gefressen oder in Lagern versteckt worden. Drei Monate später waren die meisten Lager ausgegraben und das Fleisch komplett gefressen worden.
Für Nutztierbesitzer ist es wichtig – wenn auch nicht sehr tröstlich – zu wissen, dass die Wölfe selbst bei einem so schrecklichen und schockierenden Zwischenfall nicht darauf aus sind, aus reiner Mordlust und Blutgier ihre Schafe zu töten (und ihre Existenz zu vernichten), sondern dass sie nur instinktiv auf ein Verhalten der Tiere reagieren. (Elli H. Radinger)


Wölfe in den Abruzzen haben ein Schaf getötet und fressen es auf. (Foto © Gunther Kopp)

23.02.2016

Sachsen: 40 Schafe gerisssen

Schafsrisse am Rand des NSG Königsbrücker Heide

In der Nacht vom Sonntag, dem 21.02.2016 zum Montag, dem 22.02.2016 ist die in der Königsbrücker Heide zur Heidepflege eingesetzte Schafsherde am östlichen Rand des Schutzgebietes vom Wolf überfallen worden. Zu dieser Herde gehörten auch sieben Ziegen. Hagen Rothmann, Wolfsbeauftragter des Landratsamtes Bautzen, bestätigte den Wolf als Verursacher und versicherte, dass vom Schäfer alle Maßnahmen zum Schutz seiner Schafe ergriffen worden waren.
Der Zaun war an einer Stelle von außen nach innen und an zwei Stellen in breiterer Front von innen nach außen durchbrochen worden. Offensichtlich haben die Tiere panisch die Flucht ergriffen. Die vorläufige Schadensbilanz ergab heute gegen 16 Uhr: 40 geborgene tote Tiere (38 Schafe und zwei Ziegen) sowie fünf verletzte Schafe. Insgesamt konnten 45 Schafe wieder eingefangen werden. Etwa 30 Schafe werden noch vermisst. Die NSG-Wacht wird noch die gesamte Woche hindurch versuchen, entlaufene Schafe zu orten und einzufangen. Am Freitag will die Verwaltung gemeinsam mit dem Schäfer offiziell den Schaden benennen. (Pressemeldung Sachsenforst, bestätigt vom Kontaktbüro "Wolfsregion Lausitz") 

20.02.2016

Mecklenburg-Vorpommern: Wölfen auf der Spur – Telemetrieprojekt der Jäger und Förster liefert erste Daten



In MV wird seit 2011 eine aus Mitteln der obersten Jagdbehörde des Landes finanzierte Pilotstudie zur Telemetrie von Wölfen mittels GPS-GSM-Halsbandsendern durchgeführt. Im Oktober 2015 konnte erstmals ein männlicher Wolfswelpe (34kg) aus dem Rudel in der Lübtheener Heide erfolgreich besendert werden. Nun liegen erste Daten vor.
„Das Forschungsprojekt, in das sich vor allem die Jäger des Landes MV intensiv einbringen, ist landesweit bislang einmalig. Ich freue mich sehr, dass Jäger, Forstleute und Naturschützer in MV zur weiteren Erforschung des Wolfes Hand in Hand gehen und so wichtige Daten zu Aktionsraumgrößen, Habitatnutzung, Schlafplätzen und Nahrungsspektrum von freilebenden Wölfenermittelt werden können. Mit den Erkenntnissen kann das Wolfsmanagement im Land unterstützt und die Diskussion rund um den Wolf weiter versachlicht werden“, erklärte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz.
Der GPS-Sender des 2015 besenderten Wolfswelpen „Arno“ hat in den letzten Monaten planmäßig Daten geliefert. Sie belegen, dass sich der Kernlebensraum wie vermutet in der Lübtheener Heide (Landkreis Ludwigslust-Parchim) befindet. Die bis Ende Januar 2016 ausgewerteten Peildaten ergaben einen Aktionsraum von 350 km2. Seit dem Januar scheint das Rudel regelmäßig Jagdausflüge in nordöstliche Richtung bis ins Forstamt Jasnitz (20 km entfernt vom Revierzentrum) zu unternehmen. So lagen die Peildaten teilweise am Abend noch in der Lübtheener Heide, nachts bereits bei Jasnitz, und am darauffolgenden Morgen wieder in der Lübtheener Heide. Bei solchen Ausflügen wurden ein oder mehrere Wölfe auch im Großraum Picher beobachtet. Bisher gelangen keine Ortungen im benachbarten Amt Neuhaus (Niedersachsen).
Weiterhin konnte über die Telemetriedaten der Zusammenhang zu drei Übergriffen auf Schafe hergestellt werden. Mit den erhobenen Daten kann demnach auch die Arbeit der Riss-Gutachter im Land unterstützt werden.
Noch in diesem Jahr sollen zwei weitere Sender aus Mitteln der obersten Jagdbehörde zum Einsatz kommen. Durchgeführt wird die Pilotstudie in enger Abstimmung zwischen dem Landesjagdverband MV, dem Bundesforstbetrieb Trave der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und dem Land Mecklenburg-Vorpommern durch die Professur für Forstzoologie der TU Dresden.

Hintergrund
Die ersten Fangversuche von Wölfen zwischen 2011 und 2013 in der Lübtheener Heide blieben erfolglos. Zu jener Zeit lebte dort nur ein einzelner Rüde. Nachdem sich im Jahr 2014 ein Wolfspaar erfolgreich reproduziert hat, wurden 2015 die Fangbemühungen wieder aufgenommen und waren erfolgreich. Am 20.10.2015 konnte ein männlicher Welpe (34 kg) aus dem Lübtheener Rudel erfolgreich besendert werden. Der Sender liefert wichtige Daten zur Raumnutzung des Rudels und unterstützt damit das Wolfsmonitoring des Landes. Über die Ergebnisse wird in regelmäßigen Abständen informiert. (Nr.053/16  | 16.02.2016  | LU  | Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz)

19.02.2016

Informationen zu den Wölfen in Niedersachsen



Zum ersten Mal, seit der Wolf wieder in Niedersachsen heimisch geworden ist, wird überlegt, eines der Raubtiere zu töten. Dabei gehe es um ein verhaltensauffälliges Tier aus dem Munsteraner Rudel, sagte der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) im Umweltausschuss des Landtages am Donnerstag. "Ich lasse alles Notwendige für die Entnahme vorbereiten", so der Minister. Auch die Umsiedlung in ein Gehege komme in Betracht.

Ich habe auf unserer Standpunkt-Seite einige Presseinfos zusammengestellt.



15.02.2016

Umweltstaatssekretärin: Wolfsbüro verstärkt Monitoring im Bereich Bergen

Umweltstaatssekretärin: Wolfsbüro verstärkt Monitoring im Bereich Bergen – Risstabellen und Antragsbearbeitung aktualisiert – Weitere Veranstaltungen zum Artenschutz und mit Nutztierhaltern – „Sicherheit der Menschen steht im Mittelpunkt“

Die Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz Almut Kottwitz hat am Montag (heute) in Hannover darüber informiert, dass auf Veran­lassung ihres Ministeriums am vergangenen Wochenende Mitarbeiter des Wolfsbüros auf dem Truppenübungsplatz Bergen und in angrenzenden Bereichen zusätzliche Untersuchungen zum Wolfsmonitoring durchgeführt haben. Das Wolfsbüro wurde dabei von Wolfsberatern unterstützt. Der Anlass waren Schilderungen aus der Region über Nahbegeg­nungen eines Wolfs mit Menschen. Der im vergangenen Sommer besenderte männliche Wolf habe zwar kein aggressives Verhalten gezeigt; er sei jedoch wenig scheu gewesen, hieß es in den Berichten.
Die Mitarbeiter des Wolfsbüros sind den Hinweisen nachgegangen, haben Spuren unter­sucht und dokumentiert und den Aufenthalt des betreffenden Tieres auf dem Truppen­übungs­platz mittels Funkpeilung überprüft.
Nach Auswertung der Untersuchungen und Gesprächen, unter anderem auch mit den Fachleuten der neuen Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf, wird das niedersächsische Wolfsbüro gemeinsam mit dem Umweltministerium entscheiden, ob weitere Maßnahmen ergriffen werden.
Die Staatssekretärin informierte, dass die Optimierung des niedersächsischen Wolfsmoni­torings im Dialog mit Vertretern der Kommunen, der Naturschutzverbände und mit den Nutztierhaltern fortgesetzt wird. Alle verantwortlichen Einrichtungen des Wolfsmanagements würden mit Internetangeboten, Presseinformationen, Pressekonferenzen, Veranstaltungen und in Zusammenkünften vor Ort, die Presse und die Öffentlichkeit über die Arbeit infor­mieren. “Bei allen Aktivitäten zum Wolfsmanagement steht die Sicherheit der Menschen im Mittelpunkt“, sagte die Umweltstaatssekretärin.
Konkret sei die Aufarbeitung von Nutztierrissen und der entsprechenden Antragsbearbeitung beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) aktualisiert und beschleunigt worden. Weitere Veranstaltungen mit den Wolfs­beratern und den Nutztierhaltern seien in Vorbereitung.
Darüber hinaus würden für das Wolfsbüro zwei Veterinäre eingestellt, was unter anderem die amtliche Feststellung über den Verursacher eines Nutztierrisses erheblich vereinfachen und beschleunigen soll. 

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11.02.2016

Neues Wolfs-Beratungszentrum des Bundes soll Landesbehörden unterstützen

Die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland stellt Bundes- und Landesbehörden vor Aufgaben, die einer bundesweiten Koordination bedürfen. Dies soll ein neues Dokumentations- und Beratungszentrum des Bundes leisten, das die zuständigen Landesbehörden bei offenen Fragen rund um den Wolf berät und bundesweit Daten zur Ausbreitung des Wolfes sammelt. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz Beate Jessel sicherten sich für den Aufbau des neuen Wolf-Zentrums die Unterstützung der renommiertesten Experten des Landes.
Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: „Deutschland ist wieder ein Wolfsland. Das ist ein großer Erfolg für uns Naturschützer. Aber es ist auch eine große Herausforderung, weil das Nebeneinander von Mensch und Wolf vielerorts erst wieder neu erlernt werden muss. Unser neues Wolfs-Beratungszentrum soll die Länder bei neu auftauchenden Fragen rund um den Wolf unterstützen. Wir stellen den Ländern damit Deutschlands beste Wolfs-Experten schnell und unbürokratisch zur Verfügung. Denn der Wolf kennt keine Ländergrenzen. Und die Erfahrung zeigt: Je mehr man über den Wolf weiß, desto weniger Probleme gibt es.“
BfN-Präsidentin Beate Jessel: „Die Zunahme und Ausbreitung des Wolfes in Deutschland hat bei den Naturschutzbehörden zu einer erhöhten Nachfrage nach bundesweit aufgearbeiteten aktuellen Informationen zum Wolf geführt.
Der Beratungsbedarf ist besonders zu den konfliktträchtigen Aspekten des Wolfsmanagement gewachsen. Wandernde Jungwölfe können sehr schnell von einem Bundesland in ein anderes wechseln und viele Rudelterritorien sind bereits jetzt länderübergreifend. Eine bundesweit einheitliche fachliche Unterstützung beim Umgang mit dieser großräumig agierenden Tierart ist daher sinnvoll.“
Mit der neuen „Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf“ kommt die Bundesregierung einer Bitte der Länder nach. Sie soll in erster Linie die Naturschutzbehörden von Bund und Ländern fachlich unterstützen.
Konkret soll die neue Stelle dafür sorgen, dass die Behörden kontinuierlich und aktuell mit bundesweiten Informationen zum Wolf versorgt werden. Außerdem soll sie bei schwierigen Fällen helfen und zur Koordination und Konfliktlösung beitragen. Sie liefert bei Bedarf wissenschaftliche Beratung zu bestimmten Fällen des Wolfsmanagements.
Getragen wird das Beratungszentrum von einem Konsortium aus mehreren wissenschaftlichen Institutionen: Unter der Führung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) arbeiten darin das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz (SMNG), das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland, das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin (IZW) und das Senckenberg Forschungsinstitut, Standort Gelnhausen.
„Alle Einrichtungen verfügen über langjährige wissenschaftliche und praktische Erfahrung in der Arbeit mit den Wölfen in Deutschland. Hier bauen international ausgewiesene Experten eine wissenschaftsbasierte und anwendungsorientierte Dokumentations- und Beratungsstelle auf“, sagt der Generaldirektor der Senckenberg-Gesellschaft, Prof. Mosbrugger.
Die Bundesbehörden haben die Rückkehr des Wolfes von Anfang an auf fachlicher Ebene begleitet, indem wissenschaftliche Projekte initiiert und gefördert wurden. Auf der Grundlage eines Fachkonzeptes des Bundesamtes für Naturschutz haben inzwischen fast alle Flächenländer in Deutschland Wolfsmanagementpläne erstellt, die Konflikte im Nebeneinander von Wolf und Mensch vermeiden und verringern sollen. Mit diesem Ziel hat das Bundesumweltministerium zudem die bundesweit tätigen, interessierten Verbände zu einem regelmäßig stattfindenden Runden Tisch eingeladen.
Es gibt inzwischen wieder 31 Wolfsrudel in Deutschland. Der Bestand nimmt zu, allerdings gilt der Wolf nach wie vor als vom Aussterben bedroht. (Foto © Gunther Kopp)

Ein aktuelles Informationspapier zur Situation der Wölfe in Deutschland finden Sie hier ...

Eine Verbreitungskarte finden Sie hier ...

01.02.2016

Rezension: Time of Love

Time of Love
Klaus Hackländer und Eugène Reiter
Kosmos, 2015
Sprache: Deutsch, Englisch und Französisch
ISBN 978-3440146804
68,00 €

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Inhalt
Prunkvoller Schmuck, aufwändige Hochzeitsgeschenke, lebenslange Bindung, aber auch freche Rivalen und hingebungsvolle Eltern. Wenn große Gefühle im Spiel sind, geht es in der Welt der Tiere nicht sehr viel anders zur Sache, als bei uns Menschen. Eugène Reiter ist mit seiner Kamera dabei, wenn Bären schmusen, Hirsche den Wald mit lautem Röhren erfüllen, Vögel ihrer Liebsten zärtlich leckere Geschenke machen und mächtige Wildschweine eifersüchtig ihren Nachwuchs hüten. Klaus Hackländers Texte ergänzen mit ihren wertvollen Informationen die großartigen Fotos aufs Beste. Gemeinsam erzählen sie uns die ewige Geschichte vom Kreislauf des Lebens im Tierreich.

Rezension
Mit über drei Kilo ist das Buch ein Schwergewicht – in jeder Hinsicht. Nicht nur durch sein aufwändiges Cover, den Druck, Satz, das Papier und den dreisprachigen Inhalt. Mir gehen die Superlative aus, mit denen ich das Buch beschreiben möchte. Bei jedem Umblättern vermag ich meist nur noch ein „Wow“ oder „Wahnsinn“  zu stammeln. Man muss es einfach in der Hand halten, um das Feuerwerk der Sinne zu begreifen, das auf den Leser/Betrachter mit diesem Gesamtkunstwerk einstürzt.
Die schönen Texte sind kurz und optisch klein gehalten, was gut ist, denn so lenken sie nicht vom Betrachten der grandiosen Fotos von Eugène Reiter ab. Die Fotos vom Balzen der Auerhähne haben mich besonders beeindruckt und natürlich absolut herzerwärmend die Aufnahmen von Braunbären. Wir erfahren auch, dass die Elchdame nichts anbrennen lässt, und bestaunen die intimen Aufnahmen von der Paarung verschiedener Tierarten.
Und ja, auch die Wolfsfreunde kommen nicht zu kurz, selbst wenn sie auf den Europäischen Wolf bis Seite 354 warten müssen.
Die Leidenschaft und Liebe für die (meist) heimischen Tiere, die porträtiert werden, spricht aus jedem Bild und jedem Wort. „Time of Love“ ist genau das, was Sie als Leser erleben werden, eine echte Zeit der Liebe. Zugegeben, das voluminöse Buch ist nicht billig, aber es ist jeden Cent wert. (ehr)