30.03.2016

Streunender Wolfshund südlich von Leipzig - KEIN Wolf!!!

Seit dem 26.03.2016 gehen beim Staatsbetrieb Sachsenforst, Forstbezirk Leipzig, und dem Sächsischen Wolfsmanagement täglich Sichtungsmeldungen eines „Wolfes“ ein. Die meisten Meldungen kommen aus der Region um Pegau und Wiederau. Einige Beobachter haben das Tier fotografiert, sodass die Meldungen überprüft werden konnten. Auf diesen Bildern ist zu erkennen, dass es sich um einen wolfsähnlichen Hund, vermutlich der Rasse Tschechoslowakischer Wolfshund, handelt und nicht um einen Wolf.

Der weibliche Hund ist sehr wolfsähnlich gefärbt, sehr schlank und etwa so groß wie ein Deutscher Schäferhund. Vermutlich ist das Tier dem Besitzer entlaufen oder wurde ausgesetzt.
Aufgrund des sehr wolfsähnlichen Aussehens wird die Hündin häufig als „Wolf“ angesprochen. Da der Hund oft auf naher Distanz an der Straße oder im Ort gesehen wird sorgt dies teilweise für eine gewisse Verunsicherung.

Falls Sie den Hund sehen oder eventuelle Informationen zum Besitzer des Tieres haben, melden Sie sich bitte beim Ordnungsamt der entsprechenden Gemeinde oder Stadt. (Quelle)

26.03.2016

Rezension: König Alkohol

König Alkohol
Jack London
Übersetzung mit Nachwort, Anmerkungen und Zeittafel von Lutz-W. Wolff
Deutscher Taschenbuch Verlag, 2014
288 Seiten
ISBN 978-3423143264
9,90 €

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Inhalt
Jack Londons stark autobiografischer Roman zeichnet den Weg des Autors in die Alkoholsucht nach. Als Ich-Erzähler beschreibt er darin seine ersten Begegnungen mit dem Alkohol, dessen Wirkung auf ihn, seine Abhängigkeit und die daraus resultierende Zerstörung. Das Werk, das bei Erscheinen im Jahr 1913 als Sensation galt, ist nicht nur eine Anklageschrift gegen den Dämon Alkohol, es ist auch das offene Geständnis eines Schriftstellers, der seiner Verzweiflung, seiner Wut und seiner Angst literarisch Ausdruck verleiht.

Rezension
Der Originaltitel des Buches lautete 1913 „John Barleycorn: Alcoholic Memoirs.“ John Barleycorn ist die Umschreibung für einen Whiskey. Der deutsche Titel „König Alkohol“ und die Einordnung des Buches als „Roman“ sind meiner Meinung nach verfehlt. Es handelt sich bei diesem Werk vielmehr um die verstörende Autobiografie eines Trinkers, der zudem noch einer der großartigsten Schriftsteller und Abenteurer seiner Zeit war.
London war eine Art „literarischer Supermann“, der aus schwierigsten Verhältnissen kam und schon in jungen Jahren einen erstaunlich harten Lebensweg hinter sich hatte. Mit dem Alkohol verbindet ihn eine Hassliebe.
Man muss hierzu wissen, dass zur Zeit der Entstehungsgeschichte des Buches Alkohol noch nicht als Droge galt und Alkoholismus nicht als Krankheit anerkannt war. Das Buch wurde vor der Prohibition veröffentlicht, die London nicht mehr erlebt hat. Es ist also keine „Kampfschrift“ gegen den Alkohol, als die es von vielen verstanden werden will, sondern die schmerzhafte Selbstdarstellung einer gequälten Seele.
Jack London ist, wie er selbst schreibt, „der geborene Kämpfer“, und stets auf der Suche nach etwas, für das es sich zu kämpfen lohnt, getrieben von der Suche nach den Geheimnissen des Lebens.
Alkoholiker sind oft hoch sensible Menschen. Viele Schriftsteller gehören zu ihnen wie Poe, Hemingway, Bukowski, King. Vielleicht kann diesen Kampf des Autors und den wahren Sinn des Buches nur verstehen, wer selbst Alkoholiker ist. Ich bin seit über dreißig Jahren trocken und fühlte mich beim Lesen manchmal in meine ersten AA-Meetings zurückversetzt. Die Geschichten ähneln sich. Wie jeder echte Alkoholiker besteht auch London immer wieder darauf, „kein richtiger Alkoholiker“ zu sein und „jederzeit mit dem Trinken aufhören zu können“. Gleichzeitig beschreibt er eloquent seine turbulente Trinkerkarriere, um zu demonstrieren, welche Auswirkungen der Alkohol auf Körper, Geist und Seele haben kann. Er schreibt nicht nur, warum er Alkohol trinkt, sondern auch, warum er gerade einmal nicht trinkt. Manchmal glorifiziert er sein Trinken, meist jedoch lehnt er es ab. Lügen, Leugnen, Selbsttäuschung, Ausreden – alles gehört dazu, ebenso wie seine langen Phasen des Nicht-Trinkens, gefolgt von immer schlimmeren Abstürzen. London behauptet, sein einziger Grund zu trinken sei, dass Alkohol überall erhältlich sei. Er trinke als eine Art „soziale Pflicht“, wie das eben alle Männer so täten. London prangert die ständige Präsenz von Alkohol an und wird nach seinem Tod so zur Kultfigur der Prohibition.
Es wäre aber vermessen, „König Alkohol“ nur als die Geschichte eines Trinkers zu sehen. Sie ist auch die Biografie eines Genies, einer Berühmtheit. Von dem armen Jungen in San Franzisko zum gefeierten Schriftsteller und leidenschaftlichen Sozialisten – Jack London hat viele Seiten und eine großartige literarische Ausdrucksweise. Gegen Ende wird das Buch immer ehrlicher, schonungsloser und erschreckender. In den Kapiteln 35 bis 37 beschreibt er auf höchst lyrische und poetische Weise die „Weiße Logik“, die Dämonen und Depressionen, die ihn heimholen. Diese Kapitel sind schwer zu lesen und zu begreifen. Aber in ihnen erschließt sich dem Leser am meisten die Seele des Autors.
Jack London betont immer wieder, welches Glück er habe, trotz jahrelangem Trinken noch am Leben zu sein. Am 22. November 1916 verließ ihn dieses Glück. Er starb im jungen Alter von vierzig Jahren an den Folgen seines Medikamente- und Alkoholmissbrauchs auf seiner Ranch in Kalifornien.

„König Alkohol“ ist ein großartiges Buch, das ich jedem empfehlen möchte, nicht nur Jack London Fans, sondern auch allen, die in irgendeiner Form vom Alkohol betroffen sind, entweder selbst oder durch Familie und Freunde. Mich hat es sowohl traurig als auch dankbar gemacht. Es ist eine emotionale, aufrüttelnde Warnung vor dem Alkohol, heute aktueller denn je, und sollte seinen festen Platz direkt neben der blauen AA-Bibel haben.

Ein großes Lob und Dank gebührt der neuen Übersetzung von Lutz-W. Wolff. Das Nachwort, die Anmerkungen zum Text und die Zeittafeln sind ein zusätzlicher Gewinn für dieses außerordentliche Buch. (ehr)

25.03.2016

Rezension: An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts

An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts
Roland Schimmelpfennig
S. FISCHER, 2016
256 Seiten
ISBN 978-3100024701
19,99 €

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Inhalt
Nachts auf einer eisglatten Autobahn, 80 Kilometer vor Berlin: Ein Tanklaster legt sich quer und kippt um. Auf dem Standstreifen, kurz im Blaulicht der Feuerwehr: ein einzelner Wolf.
Bis Berlin reichen die Spuren des Wolfs, und sein Weg kreuzt sich immer wieder mit den Wegen und Schicksalen unterschiedlicher Menschen. Mit zwei Kindern, die von zu Hause weggelaufen sind und durch Wald und Stadt irren. Mit dem polnischen Bauarbeiter, der verzweifelt nach seiner Freundin sucht. Mit der Frau, die morgens auf dem Balkon die Tagebücher ihrer Mutter verbrennt.
Wie in einem Schwarzweißfilm, in dem gelbes Winterfeuer flackert, ziehen die Bilder und Geschichten dieses Romans an uns vorbei. Sie erzählen vom Suchen und Verlorensein, von der Kälte unserer Zeit und der Sehnsucht nach einem anderen Leben. Ein Roman von großer visueller Kraft, dessen Poesie und Schönheit man sich nicht entziehen kann.

Rezension
Das Buch beginnt und endet mit einem Wolf. Dazwischen liegen 252 Seiten Trostlosigkeit, Kälte, Distanz. Warum es dennoch – oder gerade deshalb – so schwer ist, das Buch aus der Hand zu legen, vermag ich nicht zu sagen. Vielleicht, weil man hofft, doch irgendwo noch auf ein wenig Wärme zu treffen?
Die Sprache des Autors ist minimalistisch und unpersönlich. „Der Vater des Mädchens“, „der Mann“, „die Frau“, wenige Namen.
Der Wolf – der ebenso trostlos auftritt wie die Menschen im Buch – tut das, was Wölfe tun: Auf der Suche nach Nahrung läuft er durch die Dörfer und nähert sich Berlin. Dabei bleibt er auf Distanz zu den Menschen - zumindest die meiste Zeit. Die Aufregung, die er dabei hervorruft, ist realistischer beschrieben als so mancher tatsächliche, sensationsgierige Zeitungsbericht. Jeder geht mit dem Wolf aus seine Weise um, je nach Erziehung und Vorurteilen. Das macht die Lektüre für uns Wolfsfreunde sehr sympathisch. Sie liest sich eher wie eine neutrale Reportage. Das einzige Wesen, zu dem ich als Leser eine gefühlsmäßige Verbindung aufbauen konnte, war der Wolf. (Ich gebe zu, ich bin voreingenommen.)
Die Ähnlichkeit zwischen den Handlenden und dem Wolf ist erkennbar. Sie alle sind getrieben durch die äußeren Umstände und die Kälte der Gesellschaft. Erst, wenn man sich ganz auf die Lektüre einlässt, erkennt man, wie die Geschichten im Buch miteinander verwoben sind.
Das Buch ist in seinem ganz eigenen Stil schwierig zu lesen, hat aber gleichzeitig etwas Fesselndes, Faszinierendes, das den Leser nicht mehr loslässt. Es hat eine eigene Anziehungskraft. Am Ende jedoch bleibt die Sehnsucht nach Wärme. (ehr)

23.03.2016

Wie verhalte ich mich, wenn ich einem Wolf begegne?

© Elli H. Radinger
 
Sie werden in Zukunft immer öfter die Gelegenheit haben, in Deutschland einem wilden Wolf zu begegnen. Hier ein paar Tipps, wie Sie sich dann verhalten sollten.

Sie stehen im Wald einem Wolf gegenüber
Treten Sie selbstbewusst auf. Machen Sie sich groß, stellen sich breitbeinig hin, klatschen in die Hände und rufen laut „Hau ab“!
Werfen Sie KEINE Gegenstände nach dem Wolf. Diese oft gehörte Empfehlung können Freilandforscher nicht teilen. Das Werfen von Gegenständen könnte einen Jungwolf neugierig machen. Da Wölfe sehr sensibel auf Geräusche reagieren, ist auch ein einfaches Handtaschenalarmgerät praktisch. (Beispiel hier) Wenn man einen Pin zieht oder einen Knopf drückt, ertönt ein sehr lauter, schriller Piepton.
Sind sie mit dem Fahrrad unterwegs oder Joggen Sie, bleiben Sie bei einer Wolfsbegegnung stehen. Wölfe folgen schnellen Bewegungen. Dann verjagen Sie den Wolf wieder wie oben beschrieben.

Ein Wolf nähert sich Ihrem Auto
Wenn Sie in einem Auto sitzen, kann es durchaus sein, dass neugierige Wölfe sehr nah an den Wagen herankommen, weil sie die Blechkiste nicht mit Menschen verbinden.
Fahren Sie an den Straßenrand, machen den Motor aus und genießen Sie den Augenblick. Steigen Sie nicht aus. Der Wolf könnte erschrecken, mitten auf die Straße laufen und überfahren werden.

Sie sind mit dem Hund unterwegs und ein Wolf nähert sich
Wölfe sind territorial und werden ihr Revier gegen Hunde verteidigen. Lassen Sie im Wolfsgebiet daher grundsätzlich den Hund an der Leine. Für einen frei herumstromernden Hund ist ein Wolf durchaus eine Gefahr, nicht jedoch, wenn der Hund beim Besitzer ist. Nähert sich Ihnen ein Wolf, nehmen Sie den Hund sich zu sich und verjagen den Wolf.

Sie reiten aus und ein Wolf nähert sich
Hier gibt es unterschiedliche Meinungen zum Verhalten. Wir empfehlen, abzusteigen und sich neben das Pferd zu stellen. Außerdem empfiehlt es sich, Pferde in Wolfsgebieten von klein auf gut zu desensibilisieren.

Sie haben eine Wolfshöhle gefunden
Verlassen Sie sofort das Gebiet. Nicht, weil der Wolf sie angreifen könnte, sondern weil die Wölfe aus Angst vor Ihnen ihren Nachwuchs verlassen könnten.
Es kann passieren, dass Sie in einer solchen Situation auf einen Wolf treffen, der sie anbellt, heult oder wufft, wenn Sie zu nah an seine Höhle und/oder seine Jungen herankommen. Das ist eine Warnung und völlig normal. Es heißt: Geh weg!
Es kann auch sein, dass Sie der Wolf „verfolgt“ um sicherzugehen, dass Sie keine Gefahr mehr für ihn sind. Auch das ist kein Drama. Behalten sie den Wolf im Auge und gehen Sie fort. Helfen Sie mit, dass die Wolfsfamilie in dieser äußerst kritischen Phase der Welpenaufzucht ungestört bleibt.

Ein Wolf läuft nachts oder bei Tag durchs Dorf
Dörfer und Stadtrandlagen sind Bestandteil des wölfischen Lebensraumes. Angepasste Wölfe können ohne Probleme ganz in unserer Nähe leben, sich hier und dort blicken lassen, herumtollen und Nahrung suchen. All dies ist normal! In Ländern, die schon sehr lange mit den Beutegreifern leben, ist es nicht ungewöhnlich, wenn ein Wolf auf der Suche nach Futter auch einmal durch die Dörfer läuft.

Ein Wolf nähert sich dem Kindergarten
Rotkäppchen ist tot, und Wölfe fressen keine kleinen Kinder. Gleichwohl können rennende, schreiende und quiekende Kleinkinder, die auch einmal unbeholfen hinfallen, typisches Beutetierverhalten zeigen. Kinder sollten darum (nicht nur) in Wolfsgebieten niemals alleine draußen spielen, sondern immer unter den Augen einer Aufsichtsperson, die dann, wenn ein Wolf sich nähern sollte, Krach macht und dem Tier entgegen rennt.

Sie stoßen auf einen Wolf, der gerade frisst
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Wölfe sofort weglaufen, wenn sie von einem Menschen beim Fressen gestört werden.

Sie haben einen Wolf angefahren oder verletzt aufgefunden
Grundsätzlich ist es wichtig, zu wissen, dass Wölfe sehr tough sind und auch schlimmste Verletzungen überstehen. Finden Sie einen verletzten Wolf, lassen Sie ihn und Ruhe und melden ihn der Naturschutzbehörde oder dem Amtstierarzt. Die müssen entscheiden, wie weiter vorgegangen wird. Und nein, ein verletzter oder kranker Wolf ist nicht gefährlich. Im Allgemeinen wird sich seine Familie um ihn kümmern und ihn versorgen.

Nächstes Thema: Herdenschutz

Buchtipp: Der Wolf ist zurück. Was mache ich, wenn …?

22.03.2016

Gesamtrezension Trilogie: Nach dem Sommer - Ruht das Licht - In deinen Augen

Nach dem Sommer (Band 1)
Ruht das Licht (Band 2)
In deinen Augen (Band 3)
Trilogie von Maggie Stiefvater

Nach dem Sommer
Verlag: script5, 2014
424 Seiten
ISBN 978-3839001677
9,95 €

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Inhalt
Jeden Winter wartet Grace darauf, dass die Wölfe nach Mercy Falls zurückkehren – und mit ihnen der Wolf mit den goldenen Augen. Ihr Wolf.
Ganz in der Nähe und doch unerreichbar, lebt Sam ein zerrissenes Leben: In der Geborgenheit seines Wolfsrudels trotzt er Eis, Kälte und Schnee, bis die Wärme des Sommers ihn von seiner Wolfsgestalt befreit.
Es ist September, als Grace und Sam sich verlieben. Doch jeder Tag, der vergeht, bringt den Winter näher – und mit ihm den endgültigen Abschied.



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Ruht das Licht
Verlag: script5, 2014
400 Seiten
ISBN 978-3839001738
9,95 €

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Inhalt
Obwohl alles verloren schien, ist Sam zu Grace zurückgekehrt. Er hat den Wolf in sich besiegt und jetzt liegt ein ganzes Leben in seiner Menschengestalt vor ihm. Doch nun ist es Grace, deren Zukunft ungewiss erscheint. Sie, die sich ihrer menschlichen Haut immer so sicher war, hört nachts die Stimmen der Wölfe und weiß: Sie rufen nach ihr.
Wogegen Grace sich mit aller Macht wehrt, wäre Cole hochwillkommen. Cole wünscht sich nur eines: Vergessen. Vergessen, wer er ist. Vergessen, was er getan hat. Die Wolfshaut ist seine Zuflucht. Doch trotz der eisigen Kälte gelingt es ihm nicht, die Wolfsgestalt dauerhaft anzunehmen.
Als Coles Vergangenheit ihn einholt und sich immer mehr neugierige Augen auf die Wölfe richten, muss Sam zusehen, wie seine Welt zerbricht: Das Rudel schwebt in größter Gefahr und Grace hält nur noch die Liebe zu ihm in ihrem menschlichen Leben. Sam ahnt, dass der Wolf in ihr eines Tages siegen wird.

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In deinen Augen
Verlag: script5, 2014
496 Seiten
ISBN 978-3839001745
9,95 €

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Inhalt
Der Frühling kehrt zurück nach Mercy Falls und mit dem Winter streifen die Wölfe ihre Pelze ab. Sam, nun fest in seiner menschlichen Haut verankert, hat die vergangenen Monate nur auf diesen Moment gewartet: Grace’ Rückkehr aus dem Wald.
Doch ihr Glück währt kurz. Als man ein Mädchen findet, das von Wölfen getötet wurde, verfällt Mercy Falls in Hysterie. Auf einer Treibjagd sollen die Wölfe ein für alle Mal ausgerottet werden. Nun ist es an Sam, sein Rudel – seine Familie – zu retten.
Zusammen mit Grace, Cole und Isabel fasst er einen verzweifelten Plan: Sie wollen die Wölfe umsiedeln, in ein Waldgebiet weit entfernt von menschlichen Siedlungen. Sam weiß, dass er dafür einen hohen Preis zahlen wird. Denn damit das Rudel ihm folgt, muss er seine menschliche Gestalt aufgeben.
Der Abschlussband der erfolgreichen Nach dem Sommer-Trilogie! Bestsellerautorin Maggie Stiefvater erzählt das letzte Kapitel der Saga um die Werwölfe von Mercy Falls und der großen Liebesgeschichte von Sam und Grace. Ein Lesefest!

Gesamtrezension für alle drei Titel
Die drei Titel der Trilogie sind bewusst so gewählt, dass sie in der Zusammenfassung einen einheitlichen Titel bilden. Eine großartige Serie für alle Fans von Wölfen (und Werwölfen).
Die Bücher richten sich lt. Altersvorgaben von Amazon an Jugendliche zwischen 11 und 12 Jahren. Der Verlag gibt ab 16 an. (Wäre für die Kaufentscheidung gut, wenn es eine einheitliche Altersangabe gäbe.) Das wusste ich nicht, als ich sie bestellt habe. Die Bücher werden bei Amazon eingestuft als „Gegenwartsliteratur“ und „Liebesroman“ Verständlich daher, dass ich anfangs irritiert war. Aber das ist mein Fehler.
Worum geht es? Es ist die Geschichte eines Jungen, der ein Wolf war und eines Mädchens, das zu einem wurde. Also so etwas wie „Twilight mit Wölfen.“
Manche Online-Rezensionen kritisieren, dass zu wenig Wolf vorkomme. Das kann ich nicht nachvollziehen. Selbst wenn die Wölfe nicht realistisch dargestellt werden (z.B. blaue Augen), kümmert mich das diesmal nicht, denn als Fantasieroman sind sie so, wie die Autorin sie haben will, und das ist okay so. Für mich sind sie dennoch realistisch genug geschildert, um sie überwiegend positiv zu sehen – als Wesen mit tiefen Gefühlen.
Der Plot ist eine originelle Kombination aus einer Liebesgeschichte und Fantasie. Eine schöne Idee in völlig neuer Sichtweise.
Ich gestehe, ich habe mich mit der Lektüre ein wenig schwer getan. Dies liegt aber weder am wunderschönen poetischen Schreibstil der Autorin, noch an der Darstellung der Wölfe, sondern einfach daran, dass ich nicht zur Zielgruppe und zum Zielalter gehöre. Meine dreizehnjährige Nichte Maya, die die Bücher nach mir lesen durfte, hat sie verschlungen und war begeistert, so wie Millionen Fans von Maggie Stiefvater. Darum bekommen diese Romane von mir die volle Punktzahl. (ehr)

14.03.2016

Bayern: Wolf im Landkreis Starnberg fotografiert

Am 7. März wurde im nördlichen Landkreis Starnberg ein Wolf fotografiert. Die Aufnahme wurde bei der routinemäßigen Kontrolle der automatischen Kamera entdeckt und aktuell dem Landesamt für Umwelt zur Auswertung übermittelt. Das Tier weist wolfstypische Merkmale hinsichtlich Färbung und Proportionen auf, die es eindeutig von einem Hund unterscheiden. Weitere Bilder eines wolfsähnlichen Tieres liegen vor, können aber aufgrund mangelnder Qualität nicht zweifelsfrei einem Wolf zugeordnet werden.
Die Behörden, Interessenverbände und Nutztierhalter vor Ort wurden informiert. Das LfU tauscht sich darüber hinaus intensiv mit der Kreisgruppe Starnberg des Bayerischen Jagdverbandes aus.

"Häufig gestellte Fragen (FAQs)" fasst das LfU in seinem Internetangebot zusammen unter:
http://www.lfu.bayern.de

Weitere Informationen zum Wolf im Internetangebot des LfU unter: http://www.lfu.bayern.de

Aufnahme eines Wolfes im Lkr. Starnberg (Quelle: BJV-Kreisgruppe Starnberg)

Anm. d. Red.
Bitte beachten Sie: "Wolfstypische Merkmale" und "wolfsähnliches Tier" sind noch keine eindeutige Identifizierung. Warten wir also ab, ob es eine Genanalyse von Kot o.ä. geben wird.

Schweiz: Toter Wolf im Raum Raron gefunden

Die Wildhut hat am 7. März am rechten Rhoneufer in Raron den Kadaver eines toten hundeartigen Tieres gefunden. Beim aufgefundenen Tier handelt es sich um einen männlichen Wolf von 34,5 Kilogramm.

Der Kadaver wurde für eine genaue Untersuchung und für die Abklärung der Todesursache dem pathologischen Institut der Universität Bern übergeben. Mittlerweile steht fest, dass der Wolf an den Folgen einer Schussverletzung gestorben ist. Der Zeitpunkt des Todes kann nicht mit Sicherheit festgestellt werden, dürfte aber aufgrund des Zustandes des Tieres bereits längere Zeit zurückliegen. Genauere Angaben zur Abstammung und über das Individuum wird die gegenwärtig laufende DNA-Analyse ergeben.

Die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere hat bei der Staatsanwaltschaft Wallis Strafanzeige gegen Unbekannt erhoben. (Medienmitteilung, Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere, 12.03.2016)

12.03.2016

Rezension: „Gebt der Wildnis das Wilde zurück!“

„Gebt der Wildnis das Wilde zurück!“
Ein Mann der Berge kämpft für die Natur

Michael Wachtler
Kosmos, 2014
192 Seiten
ISBN 978-3440141601
19,99 €

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Inhalt
Fèro (Ferruccio Valentini) wuchs mitten in den Dolomiten auf und verbrachte seine erste Lebenshälfte als Hirte, Senner, Jäger und Kräutersammler. Er entschloss sich, als einziger Mensch im entlegenen Gebiet des Tovelsees zu leben und sich mit Pflanzen, Tieren und Steinen zu verbinden. Als im Jahr 2009 die Dolomiten UNESCO-Welterbe wurden und seitdem die Natur immer mehr dem Tourismus weichen muss, begehrt er auf. Aus dem wortkargen Kräuterweisen wird ein Kämpfer für eine intakte Wildnis der Berge. Er wird politisch aktiv, muss aber immer wieder vor Bürokratie und Gewinnsucht kapitulieren. Seine Erläuterungen über den Wert der Wildnis sowie seine Erzählungen über einzigartige Erfahrungen mit Bären, Gämsen und heilenden Kraftpflanzen sind die Geheimnisse eines der letzten Waldmenschen der Alpen. Fèros Freund, der Südtiroler Naturkenner Michael Wachtler, beschreibt in dieser Biographie Fèros Freiheitswillen, seine Naturweisheit und den unermüdlichen Einsatz gegen die Ausbeutung der Dolomiten.

Rezension

Ein außerordentliches Portrait über einen faszinierenden Mann und Kämpfer für die Natur und die Wildnis.
Beim Lesen dieses Buches kommt automatisch Sehnsucht auf. Sehnsucht nach den Bergen, dem Himmel und der Wildnis. Und Bewunderung für einen Mann, der sich nicht verbiegen lässt und gegen alle Widerstände sich selbst treu bleibt.
Dieser Mann liebt nicht nur die Natur, er lebt sie. Und er klagt an – die Gier und den Raubbau an der Natur und den Dolomiten, in denen er lebt und deren Ursprünglichkeit er erhalten will. Dass er sich damit dort, wo wirtschaftliche Interessen involviert sind, auch Feinde macht, scheint ihn nicht zu beeindrucken. Fèro ist für mich ein Symbol des Widerstandes und des zivilen Ungehorsams, wobei er sich vermutlich selbst nie als solches sehen würde.
Wunderbar einfühlsam wurde das Portrait vom Autor zu Papier gemacht. Man merkt dem Buch an, dass die beiden Männer Freunde sind. Entsprechend respektvoll ist es geschrieben. Der Text ist still, eindringlich und philosophisch. Er tut so gut, wie ein Spaziergang in Fèros Bergen.
Der Autor fasst es treffend zusammen: „Bewerten wir Menschen niemals nach Status, Titel oder Symbolen. Freuen wir uns dagegen an der Aussagekraft ihrer Gedanken. Der Geist solcher Menschen sieht of tiefer und weiter als der von vielen anderen.“
Im Anhang findet der Leser weitere Informationen und Tipps zu Wildpflanzen.
Danke für dieses wunderbare Buch. (ehr)

11.03.2016

Niedersachsen: Informationen aus dem Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz zu Wolf & Co

WOLFENTNAHME

Antwort auf die mündliche Anfrage: Weshalb wurde der Wolf in Munster nun doch nicht entnommen?
Der Niedersächsische Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz Stefan Wenzel hat namens der Landesregierung auf eine mündliche Anfrage der Abgeordneten Dr. Gero Hocker, Hermann Grupe, Jörg Bode, Dr. Marco Genthe und Jan-Christoph Oetjen (FDP) geantwortet.

Vorbemerkung der Abgeordneten
Am 18. Februar berichtete Umweltminister Stefan Wenzel, dass er den NLWKN angewiesen habe, die Entnahme eines besenderten Wolfes aus dem Munsteraner Rudel zu prüfen. Zwei Tage später empfahl der Arbeitskreis Wolf die Vergrämung des Tieres.

10.03.2016

Rezension: Das verborgene Leben des Waldes

Das verborgene Leben des Waldes
Ein Jahr Naturbeobachtung

David G. Haskell
Verlag Antje Kunstmann, 2015
288 Seiten
ISBN 978-3956140617
22,95 €

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Inhalt
Die Welt in einer Nussschale: Über ein Jahr hat der amerikanische Biologe David Haskell einen Quadratmeter altgewachsenen Wald immer wieder besucht und bis ins Detail studiert. Ausgerüstet nur mit Objektiv, Lupe und Notizbuch, Zeit und Geduld, richtet der Biologe seinen Blick auf das Allerkleinste: Flechten und Moose, Tierspuren oder einen vorbeihuschenden Salamander, Eiskristalle oder die ersten Frühlingsblüten. Und entfaltet mit dem Wissen des Naturforschers und der Beschreibungskunst eines Dichters ein umfassendes Panorama des Lebens im Wald, des feingewobenen Zusammenlebens in einem jahrhundertealten Ökosystem. Eine Grand Tour zwischen Wissenschaft und Poesie, die die Natur in ihrer ganzen Komplexität und Schönheit erfahrbar macht.

Rezension
Sich auf etwas „Kleines“ zu fokussieren ist heutzutage eher ungewöhnlich und geht gegen den Trend. Ein ganzes Jahr immer wieder dasselbe Stückchen Land – einen Quadratmeter eines Waldes in Tennessee – zu erforschen, klingt wie eine Strafaufgabe.
Aber das täuscht.
Der Autor hat dieses Stück Land ein ganzes Jahr jede Woche einen Tag lang besucht – nur mit einer Lupe bewaffnet – und erzählt in 45 Essays von seinen Betrachtungen dieses Mikrokosmus. Er hat sich dabei vorgenommen, das Land nur zu beobachten, nichts zu zerstören oder zu entfernen. Vielmehr nutzt er seine Beobachtungen, um über weitere Bereiche des Ökosystems zu referieren.
Aufgrund des Klappentextes hatte ich ursprünglich erwartet, ausschließlich etwas über dieses Stück Land zu erfahren. Aber dann lernte ich etwas über Vögel, Pilzen, wie sich sich Pflanzen vermehren, über mikroskopisch kleine Tiere, Flechten und wie der Klimawechsel über das Jahr hinweg, das Leben auf dem kleinen Stück Land strukturiert. Am Ende blieb ein großer Überblick über das gesamte mit dem Land verbundene Ökosystem.

Gleichwohl hat mich die Lektüre des Buches irritiert. Geschrieben wurde es von einem Professor für Biologie, also von einem Wissenschaftler, der fähig sein sollte, vorurteilsfrei zu recherchieren. Absolut unverständlich sind daher für mich folgende haarsträubenden Aussagen zum Wolf auf Seite 191:
„Weil sie (Wölfe) im Rudel jagen, können Sie mit Leichtigkeit Tiere reißen, die schwerer sind als sie, auch Menschen. Wir sind ihre Beute; unsere Ängste sind also nicht unbegründet. Mit ihrem Verhalten befeuern Wölfe die Flamme dieser Furcht. Wolfsrudel verfolgen einsame menschliche Wanderer tagelang, vielleicht planen sie sogar ihren Tod. … Dass der Mensch auf der Liste seiner Lieblingsspeisen weit unten rangiert, ändert daran wenig.“
Ich weiß nicht, woher dieser Rückfall ins Mittelalter kommt. Die angegebenen Quellen beziehen sich auf ein Buch von 1995. Hier hätte ich von einem Biologen erwartet, dass er keine überholten Vorurteile verbreitet, sondern sich mit der neueren Forschung beschäftigt. Solche Aussagen sind Wasser auf die Mühlen der Wolfsgegner und machen die jahrelange Arbeit vieler Artenschützer zunichte.
Wegen dieser – falschen – Aussagen gibt es bei mir einen deutlichen Punkteabzug. Ohne solchen Unsinn hätte das Buch bei mir volle Punktzahl bekommen.
Das Buch gilt als eines der besten Naturbücher. 2013 war es Finalist für den Pulitzerpreis Sachbücher.

Wer mehr über den Wald wissen will, dem empfehle ich daher Peter Wohllebens Buch „Das geheime Leben der Bäume: Was sie fühlen, wie sie kommunizieren - die Entdeckung einer verborgenen Welt.“ (ehr)

09.03.2016

Rezension: Mit der Wildnis verbunden

Mit der Wildnis verbunden
Zwölf Wege in die Natur: Kraft schöpfen, sich sicher in der Natur bewegen

Susanne Fischer-Rizzi

Kosmos, 2016
240 Seiten
ISBN 978-3440150900
29,99 €

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Inhalt
Die Natur ist eine Quelle der Kraft. In unserer von Hektik und Stress geprägten Zeit führt die Verbindung mit ihr zu innerer Ruhe, zu Ausgeglichenheit und persönlicher Freiheit. Susanne Fischer-Rizzi zeigt eindrucksvoll, wie wir aus der Natur Kraft schöpfen und Heilung finden können. Mit ihrer Hilfe können wir die Magie des Feuers spüren, uns mit Tieren verbinden, die Heilkräfte der Pflanzen entdecken, die Sprache des Waldes verstehen und uns sicher in der wilden Natur bewegen.

Rezension
Wie auch schon die ältere Auflage von „Mit der Wildnis verbunden“ aus dem Kosmos-Verlag von 2007 besticht dieses Buch schon äußerlich durch seine Aufmachung. Layout, Satz, Schriften, Illustrationen und Fotos machen es zu einem Gesamtkunstwerk. Die 90 Übungen und Anleitungen „Zum Ausprobieren“ verlocken dazu, uns in die Natur zu stürzen, im Schlamm zu wühlen, barfuß nachts durch den Wald zu laufen und eins zu werden mit der wilden Welt um uns herum. Die spirituellen Texte der Autorin gespickt mit zahlreichen Zitaten bekannter Naturforscher sind ein literarischer Genuss für den Leser. Dies ist kein Buch zum eben-mal-schnell-zwischendurch-lesen, sondern ein Erlebnis, das man immer wieder genießen kann und sollte. (ehr)

07.03.2016

Sachsen: Wolfssichtung bei Großenhain

Am vergangenen Freitag, den 04. März, wurde am Morgen bei Weßnitz in der Nähe von Großenhain (Landkreis Meißen) ein Wolf gesichtet und fotografiert. Das Tier überquerte die Straße, blieb kurz stehen und lief dann weiter. Am selben Tag gab es etwas später, etwa 2 km östlich bei Göhra eine weitere Sichtung, bei der es sich wahrscheinlich um dasselbe Tier handelte. Das Geschlecht konnte nicht erkannt werden.
Vermutlich handelte es sich bei dem Wolf um ein abwanderndes Jungtier. Junge Wölfe verlassen in der Regel mit 1 bis 2 Jahren ihr elterliches Territorium auf der Suche nach einem eigenen Revier, um dort eine eigene Familie zu gründen. Dabei können sie hunderte Kilometer zurücklegen, weshalb Wölfe regelmäßig auch außerhalb von bestätigten Wolfsgebieten gesichtet werden.
Die dem Ort der Sichtung am nächsten gelegenen, bestätigten Wolfsvorkommen sind das Königsbrücker Heide- und das Laußnitzer Heide-Rudel, deren Territorien sich in den Landkreisen Meißen und Bautzen befinden. Auch im Norden, im Bereich von Schraden bzw. der Ruhlander Heide (Land Brandenburg) ist ein Rudel bestätigt. Darüber hinaus gibt es in der Gohrischheide aktuell vermehrt Nachweise von Wölfen, der Status (Einzelwolf, Wolfspaar o. Rudel) konnte dort aber im Rahmen des Wolfmonitorings noch nicht abschließend geklärt werden.
Ob der bei Großenhain gesichtete Wolf in der Gegend bleibt oder weiter wandert, bleibt abzuwarten. Tierhalter in der Region sollten die Sichtung jedoch zum Anlass nehmen, die Schutzvorkehrungen für ihre Schafe und Ziegen bzw. Gatterwild zu überprüfen und ggf. zu verbessern. Auch für durchwandernde Wölfe können unzureichend geschützte Nutztiere eine leichte Beute darstellen.
Zum präventiven Schutz haben Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern im gesamten Freistaat Sachsen die Möglichkeit, sich Herdenschutzmaßnahmen zu 80% der Nettokosten fördern zu lassen.
Bei Fragen zum Thema Wolf, zum präventiven Herdenschutz oder zur Meldung von Wolfshinweisen (z.B. Kot, Spuren oder Sichtungen) wenden Sie sich bitte an Ihr Landratsamt oder an das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ (Tel. 035772 / 46762, kontaktbuero@wolfsregion-lausitz.de).
Weitere Informationen zum aktuellen Wolfsvorkommen im Freistaat Sachsen finden Sie auf der Internetseite des Kontaktbüros: www.wolfsregion-lausitz.de

Foto © S. Blüher

04.03.2016

Niedersachsen: Zur Vergrämung des Wolfes

Umweltminister Wenzel informiert über den Stand der Vorbereitungen für die Vergrämung des besenderten Wolfsrüden im Bereich Munster

Der Niedersächsische Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz Stefan Wenzel hat am Freitag (heute) über den aktuellen Stand zu den Maßnahmen der Vergrämung und gegebenenfalls zur Entnahme des besenderten Wolfsrüden aus dem Bereich Munster informiert.
Die vom Ministerium beauftragten Maßnahmen wurden entsprechend den Empfehlungen der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes und des niedersächsischen AK Wolf auf den Weg gebracht.
Die Maßnahmen werden zeitnah durchgeführt und sind auf einige Tage angelegt.
Mit der Durchführung der Vergrämung ist ein schwedischer Experte aus dem Swedish Wildlife Damage Centre in Grimsö befasst.
Der vom Umweltministerium beauftragte Experte wird entscheiden, welche Maßnahme der Vergrämung bei diesem Tier zur Anwendung kommt.
Die besondere Aufgabenstellung besteht darin, den Wolf im richtigen Umfeld und zum richtigen Zeitpunkt zu vergrämen. Bei allen Maßnahmen des Wolfsmanagements in Niedersachsen steht die Sicherheit der Menschen im Mittelpunkt.
Mit der Aktion im Bereich Munster wird eine solche Maßnahme in Deutschland zum ersten Mal durchgeführt.
Bei der Vergrämung eines unter Artenschutz stehenden Tieres müssen umfangreiche Auflagen erfüllt sein, die sowohl auf das Tier bezogen sind als auch die handelnden Personen rechtlich absichern. Dabei geht es beispielsweise um artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigungen, waffenrechtliche Fragen und Vorschriften des Tierschutzes. Alle Vorbereitungen sind mit einem großen Abstimmungsbedarf der beteiligten Institutionen und Akteure verbunden.
Alle artenschutzrechtlich notwendigen Maßnahmen erfolgen streng nach Recht und Gesetz.
Der Experte wird unterstützt durch Mitarbeiter des Wolfsbüros, eine dafür abgeordnete Amtsveterinärin als Tierschutzbeauftragte und ehrenamtliche Helfer, überwiegend Wolfsberater. Dieser Personenkreis wird im Zuge der Maßnahmen gleichzeitig praktisch für Vergrämungsmethoden geschult.
In den vergangenen Tagen haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Wolfsbüros mit Unterstützung durch örtliche Wolfsberater regelmäßig Ortungen des Wolfs vorgenommen, um über den aktuellen Aufenthalt zu bestimmen.
Bei allen Maßnahmen des Wolfsmanagements in Niedersachsen steht die Sicherheit der Menschen im Mittelpunkt. (www.umwelt.niedersachsen.de)

03.03.2016

Rezension: Der Buddha auf vier Pfoten

Der Buddha auf vier Pfoten
Wer braucht schon einen Zen-Meister, wenn er einen Hund hat?

Dirk Grosser
Kailash, 2015
232 Seiten
ISBN 978-3424631128
14,99 €

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Inhalt
In Westfalen kommen auf jeden Einwohner mindestens zwei Pferde und vier Kühe, doch Meditationslehrer sucht man meist vergeblich. Umso glücklicher ist Dirk Grosser, als ihm eines Tages ein waschechter Zen-Meister begegnet: Bobba – mittelbraun, mittelgroß, mittelprächtig – ist auf den ersten Blick der gewöhnlichste Hund, den man sich nur vorstellen kann. Und doch ist er ein leibhaftiger Buddha, der seinem »Herrchen« 14 Jahre lang jeden Tag eine sehr weise und vor allem einfache Lebenskunst vorlebt. Eine liebenswerte Einführung in die Lehre des Buddha.

Rezension
Nein, Sie müssen kein Buddhist sein, um dieses Buch zu mögen. Sie müssen noch nicht einmal Hunde lieben, denn Sie werden nach der Lektüre sowieso dem Meister Bobba auf Ewigkeiten verfallen sein und alles Wichtige über den Buddhismus – und das Leben – erfahren haben.
Jeder Hundebesitzer wird dahinschmelzen, wenn er die Weisheiten des Autors und seines vierbeinigen „Meisters“ liest, und sich auf jeder Seite wiedererkennen. Wärme, Herzensgüte und große Liebe zu seinem Hund, das zeichnet Dirk Grosser aus. Aber Vorsicht: Taschentücher bereitlegen, nicht nur, um die Lachtränen fortzuwischen (Beispiel: „Zarzen und der Darmwind des Todes“), sondern auch für so traurige Kapitel wie „Die letzte Lektion. Abschiednehmen für Anfänger“. Wir alle, die schon einen Hund verloren haben, verspüren den Schmerz und wissen letztendlich auch, dass nichts ewig dauert.
Im Anhang gibt es – neben der Lebensgeschichte und dem Bild von „Meister Bobba“ (Wichtig, schließlich wollen wir wissen, wie er aussieht!) – noch eine Meditationsanleitung, ein Glossar mit Fachausdrücken des Buddhismus und Literaturempfehlungen. Danke für die Empfehlung von „Wölfisch für Hundehalter“. 
„Der Buddha auf vier Pfoten“ ist ein herzerwärmendes Buch, das man jederzeit gerne zur Hand nimmt. Unbedingt noch erwähnen möchte ich die wunderbaren Illustrationen von Frank Schulz, die das Thema immer wieder auf den Punkt bringen. (ehr)

02.03.2016

Schleswig-Holstein: Potentielle Wolfsrisse im Kreis Segeberg. Wolf kann in zwei Fällen als Verursacher nicht ausgeschlossen werden

FLINTBEK. Zwischen dem 18. und 31. Dezember 2015 wurden im Kreis Segeberg an unterschiedlichen Orten, die durch den gleichen Schafzuchtbetrieb bewirtschaftet werden, getötete Schafe gemeldet, die offensichtlich Bissverletzungen aufwiesen. In zwei dieser Fälle konnte ein Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden, während im dritten Fall ein Hund als Verursacher sicher nachgewiesen werden konnte.
Der betroffene Schafhalter hat nun die Möglichkeit, den durch den Tod der Schafe in den beiden ersten Fällen erlittenen finanziellen Schaden erstattet zu bekommen.
Hintergrund:
Im Dezember 2015 wurde aus den Orten Wiemersdorf, Föhrden-Barl und Latendorf im Kreis Segeberg durch einen Landwirt an unterschiedlichen Tagen jeweils ein totes Schaf gemeldet. Die Vorfälle wurden durch Wolfsbetreuerinnen und Wolfsbetreuer des Landes aufgenommen. Diese nahmen genetische Proben für weitergehende Untersuchungen. Um die Tiere zudem tierärztlich pathologisch zu untersuchen, wurden sie anschließend in das Landeslabor nach Neumünster transportiert.
In allen drei Fällen ergaben die pathologischen Untersuchungen deutliche Hinweise auf Tötungsbisse. In einem Fall (Wiemersdorf) konnte durch die durchgeführten genetischen Untersuchungen ein Hund als Verursacher nachgewiesen werden. In den anderen beiden Fällen erbrachten diese Untersuchungen leider keine Ergebnisse. Die festgestellten Bissverletzungen sowie die Nutzung der getöteten Tiere im Anschluss wiesen im Fall „Föhrden-Barl“ eher auf einen Hund, im Fall „Latendorf“ eher auf einen Wolf hin. Ein eindeutiger Nachweis war in keinem der beiden Fälle möglich.
Die Ausgleichsregelungen des Landes Schleswig-Holstein sehen in solchen Fällen vor, den erlittenen finanziellen Schaden auf Antrag des Tierhalters zu erstatten, da ein Wolf nicht ausgeschlossen werden konnte. Für den durch einen Hund entstandenen Schaden ist ein solcher Ausgleich durch das Land nicht möglich. (www.llur.schleswig-holstein.de)

01.03.2016

Mecklenburg-Vorpommern: Rissvorfälle nahe Lübtheener Heide, Greifswald und Mirow


Am vergangenen Wochenende wurden nördlich der Lübtheener Heide, sowie in der Nähe von Greifswald und Mirow mehrere Schafe und ein Damwild gerissen. Der eingeschaltete Rissgutachter geht beim Vorfall nahe der Lübtheener Heide von einem Wolf als Verursacher aus. Nahe Greifswald sprechen die aktuellen Indizien für einen Hund. Im Falle des gerissenen Dammwilds bei Mirow wird ebenfalls ein Wolf als Verursacher vermutet.
„Die Schaf- und Ziegenhalter in der Region sollten die Meldungen zum Anlass nehmen, ihre Vorkehrungen zum Herdenschutz umfassend zu überprüfen Die Zäune müssen allseitig geschlossen sein. Empfohlen werden entweder mindestens 90 cm hohe stromführende Zäune mit einem Bodenabstand kleiner als 20 cm bzw. Maschendrahtzäune mit mindestens 120 cm Höhe und einem Untergrabeschutz. Die Förderrichtlinie Wolf bietet im ausgewiesenen Wolfsgebiet des Landes MV zudem die Möglichkeit, Vorkehrungen zum Herdenschutz finanziell mit bis zu 75% der Kosten zu fördern“, erklärte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz MV.
Nahe der Lübtheener Heide wurden 9 Schafe getötet und 2 Schafe verletzt. Nahe Greifwald wurden 4 Schafe getötet, ein weiteres Tier wird vermisst. Nördlich von Mirow konnte in den vergangenen Tagen mittels einer Wildkamera ein Wolf eines Damwild-Risses überführt werden. Darüber hinaus bestätigte das aktuelle Ergebnis einer genetischen Analyse, dass die im November 2015 festgestellte Verletzung einer Ziege am Ostufer der Müritz durch einen Wolf verursacht worden ist. Damit verdichten sich die Hinweise, dass der Wolf im Umfeld des Müritz-Nationalparks möglicherweise wieder heimisch wird.
Der aktuelle Nachweis mittels Wildkamera konnte in enger Zusammenarbeit von geschulten Wolfsbetreuern des Landes mit den ortsansässigen Jägern und dem World Wide Fund for Nature (WWF) erbracht werden. In den vergangenen Jahren hatte es gelegentlich Einzelnachweise des Wolfes in der Region gegeben, es gab jedoch keine Hinweise auf ein etabliertes Territorium. Auch in der Nossentiner Heide ist aktuell ein Wolf anwesend, wie ein Fotofallenbild und einige Sichtungsmeldungen belegen. Zur Unterstützung des Wolfsmonitorings sollten Hinweise und Beobachtungen aus der Bevölkerung zeitnah an die geschulten Wolfsbetreuer gemeldet werden.
Im vergangenen Jahr wurden in M-V insgesamt 13 Fälle mit 16 verletzten und 34 getöteten Nutztieren begutachtet, bei denen ein Wolf als Verursacher festgestellt oder zumindest nicht ausgeschlossen werden konnte. Ein getötetes Schaf im Umfeld der Lübtheener Heide und eine verletzte Ziege am Ostufer der Müritz wurden genetisch als Wolfsrisse bestätigt. Zwei weitere Rissvorfälle konnten nach Abgleich mit Telemetrie-Daten des besenderten Wolfswelpen dem Lübtheener Rudel zugeordnet werden. Die restlichen 9 Fälle wurden durch Hunde oder Wölfe verursacht, eine zweifelsfreie Zuordnung war dort nicht möglich.
„Um ein weitestgehend konfliktfreies Nebeneinander von Mensch und Wolf gewährleisten zu können, sind wir alle gefragt. Mit der Rückkehr des Wolfes sind auch bei einigen Menschen die Ängste und Vorurteile gegenüber diesem Tier wieder entfacht worden. Deshalb ist es wichtig, Aufgeregtheit in der Öffentlichkeit zu vermeiden und fundiertes Wissen zu verbreiten. Mit dem Managementplan für den Wolf haben wir bereits 2010 eine wichtige Grundlagen geschaffen, um den Umgang mit dieser international geschützten Art zu regeln sowie mögliche Vorurteile und Ängste in der Bevölkerung abzubauen“, betonte Dr. Backhaus.
Eine Karte des Wolfsgebietes, die Förderrichtlinie Wolf und die Kontaktdaten der geschulten Wolfsbetreuer sind abrufbar unter: www.wolf-mv.de.