31.01.2017

Rezension: Der Geschmack von Laub und Erde

Der Geschmack von Laub und Erde
Wie ich versuchte, als Tier zu leben

Charles Foster
Malik, 2017
288 Seiten
ISBN 978-3890292625
20,00 € (endlich mal ein vernünftiger, glatter Preis)

Hier können Sie das Buch bestellen

Inhalt
Was fühlt ein Tier, wie lebt es und wie nimmt es seine Umwelt wahr? Um das herauszufinden, tritt Charles Foster ein faszinierendes Experiment an. Er schlüpft in die Rolle von fünf verschiedenen Tierarten: Dachs, Otter, Fuchs, Rothirsch und Mauersegler. Er haust in einem Bau unter der Erde, schnappt mit den Zähnen nach Fischen in einem Fluss und durchstöbert Mülltonnen auf der Suche nach Nahrung. Er schärft seine Sinne, wird zum nachtaktiven Lebewesen, beschreibt wie ein Weinkenner die unterschiedlichen „Terroirs“ von Würmern und wie sich der Duft der Erde in den verschiedenen Jahreszeiten verändert. In die scharfsinnige und witzige Schilderung seiner skurrilen Erfahrungen lässt er wissenswerte Fakten einfließen und stellt sie in den Kontext philosophischer Themen. Letztendlich geht es dabei auch um die eine Frage: Was es bedeutet, Mensch zu sein.

Rezension
Manchmal liest man ein Buch und fragt sich am Ende, was um alles in der Welt man nun gelesen hat. So ging es mir bei der Lektüre von „Der Geschmack von Laub und Erde“. Noch nie hat mich ein Buch so hin und her gerissen wie dieses.
Ich weiß nicht, was ich von dem Buch halten soll – oder von dem Autor, der versucht, sich in fünf verschiedene Tierarten hineinzuversetzen und dabei unter anderem wie ein Fuchs mit der Nase den Müll durchwühlt oder sich über Monate die Fußnägel wachsen lässt, um die überwachsenen Hufe eins Rothirsches zu spüren.

"Ich wollte wissen, wie es ist, ein Wildtier zu sein", schreibt Foster am Anfang. Dieser Versuch scheitert an seinem Menschsein.
Gleichwohl sind die Experimente so fesselnd – und teilweise auch grausig – dass sie den Leser nicht loslassen, quasi eine Art "Dschungelcamp-Effekt".

Als Naturforscher ist der Autor nicht damit zufrieden, die wilden Tiere, die ihn faszinieren, zu studieren, er will sie werden, um sie zu verstehen. Dabei scheut er auch teilweise nicht davor zurück, seine Kinder mitzunehmen, um beispielsweise mit seinem achtjährigen Sohn eine Dachshöhle zu graben und gemeinsam mit ihm Regenwürmer zu essen.

Um zu spüren, wie es ist, ein Fuchs zu sein, wühlt er in Londen mit der Nase durch den Müll, entleert Blase und Darm, wo er gerade ist, und versucht einem Polizisten zu erklären, warum er sich unter einem Rhododendronbusch zusammengerollt hat. Diese Szene ist mit einem trockenem Humor geschrieben, so wie viele andere Szenen in diesem Buch. Zur selben Zeit schüttelt es den Leser vor Grauen, wenn er sich ein solches Leben vorstellt.

Der Autor war lange Zeit Jäger und will nun selbst die Welt so wahrnehmen, wie es seine Beute tut. Bei dem Versuch, ein Rothirsch zu sein, erinnert sich Foster an seine Jagdzeiten, die er selbstkritisch schildert. Seitenlang von der Pirschjagd und deren brutalen Methoden zu lesen, wird jedem empathischen Leser schwer fallen. Ich empfand dabei Schmerz, Widerwillen und Wut. Nun aber steht der Autor auf der anderen Seite des Gewehrlaufes. Um zu erfahren, wie es ist, ein Hirsch zu sein, lässt er sich von einem Freund jagen, nur um leider zu kneifen und festzustellen, dass er doch eher ein Beutegreifer sei und keine Beute. Dieses Experiment misslingt also, ebenso wie das, ein Mauersegler zu sein. Der Mensch kann nun einmal nicht fliegen. Punktum.

Otter mag er nicht. Sein Versuch endet mit der "Erkenntnis", dass er kein Otter werden kann, weil die im Wasser leben und nachtaktiv sind. Er bricht das Experiment ab und geht stattdessen ins Gasthaus, um ein paar Biere zu kippen.

Als Kanidenmensch hat mich das Kapitel über den Fuchs besonders interessiert. Wer meint, er wisse schon alles über ihn, der sollte dies anhand der Lektüre von Foster noch einmal überprüfen. Zum Beispiel die Sache mit dem Mäusesprung:
"Der Trick [für den Erfolg beim Sprung] ist, das Magnetfeld der Erde für die Berechnung der Entfernung zu nutzen. Deshalb findet der Fuchssprung in einem festen Winkel zum Erdmagnetfeld statt (20% neben dem magnetischen Norden). Der Fuchs erkennt den Winkel, in dem das Geräusch auf sein Ohr trifft. Wo sich die magnetische Linie und die Geräuschlinie kreuzen, da hockt die Beute." (Seite 181/182). Faszinierende Informationen! Der Versuch des Autors – mithilfe des Magnetfelds der Erde und seinem eigenen, unvollkommenen Gehör – es dem Fuchs gleichzutun, endet stets auf gleiche Weise: mit dem Gesicht im Mäusekot.

Überhaupt spielt Kot in jeder Form bei diesem Selbstversuch für den Autor eine große Rolle, ebenso wie Gerüche, die er so vorzüglich beschreibt, dass man fast mitriechen kann. Oder nehmen wir den Beginn des Dachskapitels, wo er einen Wurm isst und detailliert schildert, wie das Tier versucht, durch seine Zähne zu entkommen, bevor er es kaut und herunterschluckt. Grandios geschrieben, aber mit garantiertem Würgereflex.

Ich gebe dem Buch gerne die volle Punktzahl vor allem aus zwei Gründen:
  1. "Der Geschmack von Laub und Erde" ist ein großartiges Naturbuch und informiert detailliert und kundig über Dachs, Otter, Fuchs, Rothirsch und Mauersegler besser, als es manches Fachbuch tut. Vielleicht sollte man darüber nachdenken, es im Biologieunterricht einzusetzen. Der Spaß- (und Ekel-)faktor bei den Schülern wäre garantiert.
  2. Es ist wunderschön geschrieben: poetisch, humorvoll, in einer blumigen Sprache, die ein literarischer Genuss ist. 
In "Der Geschmack von Laub und Erde" erleben wir faszinierende Einblicke in die Welt wilder Tiere, die man aus der "Menschenperspektive" so nicht haben kann. Man kommt beim Lesen schnell ins Philosophieren über Fragen nach dem essenziellen Ich, dem Bewusstsein, der Seele. Was ist ein Tier? Wer bin ich?
Vom ethischen Standpunkt her, habe ich mir bei der Lektüre oft die Frage nach dem Warum gestellt. Welchen Sinn macht es, ein Tier sein zu wollen? Warum reicht es nicht, wenn wir ein Tier einfach nur beobachten? Warum muss alles noch spektakulärer sein? Wir drängen uns immer den Lebewesen auf, die sich nicht wehren können. Welchen Sinn macht es, noch tiefer in ein Tier einzudringen, seine Seele erkennen zu wollen, um es letztendlich doch nur erneut zu instrumentalisieren?
Ich habe höchsten Respekt und große Achtung vor der Natur und ihren Geschöpfen. Ich persönlich denke nicht, dass man sich aus welchem Grund und mit welcher Methode auch immer, in ein Tier hineinversetzen kann oder sollte. Man wird als Mensch niemals ein Wesen einer anderen Spezies wirklich ganz verstehen, geschweige denn ein solches sein. Und das ist auch gut so. Wir sollten den Tieren das Geheimnis und die Würde ihres eigenen Seins lassen. (Elli H. Radinger)


30.01.2017

Bayern: Wolfsnachweis im Landkreis Straubing - Bogen

Anfang Januar 2017 wurde im nördlichen Landkreis Straubing-Bogen ein wolfsartiges Tier beobachtet und fotografiert. Die Fotos wurden dem LfU zur Verfügung gestellt und von Experten ausgewertet. Das Ergebnis ist eindeutig: Das Foto zeigt einen Wolf. Das Tier weist wolfstypische Merkmale hinsichtlich Färbung und Proportion auf, die es von einem Hund eindeutig unterscheiden. Das Tier verhielt sich in Menschennähe sehr vorsichtig. Bei der Beobachtung zeigte der Wolf ein deutliches Hinken - eine Verletzung am Vorderlauf ist nicht auszuschließen. Weitere Beobachtungen des Tieres wurden bereits bis Mitte Dezember in Oberösterreich und später im nord-östlichen Landkreis Passau gemacht.

Foto: LfU Bayern
Das LfU bittet, Beobachtungen, die zu diesem Tier passen könnten, unter der E-Mail-Adresse fachstelle-gb@lfu.bayern.de oder folgender Telefonnummer zu melden: 09281/1800-4653.

Nach Bayern können jederzeit einzelne Wölfe zu- oder durchwandern sowohl aus dem Nordosten Deutschlands als auch aus dem Alpenbogen. Jungtiere wandern bei Geschlechtsreife weite Strecken auf der Suche nach einem eigenen Territorium.

Behörden, Interessensverbände und Vertreter von Nutztierhaltern wurden informiert.

"Häufig gestellte Fragen (FAQs)" fasst das LfU in seinem Internetangebot zusammen.
http://www.lfu.bayern.de/natur/wildtiermanagement_grosse_beutegreifer/wolf/doc/faq_wolf.pdf

Weitere Informationen zum Wolf, insbesondere auch zu den Kriterien des standardisierten Monitorings und früheren Wolfsnachweisen in Bayern, sind im Internetangebot des LfU erhältlich.

25.01.2017

Kommentar zu "Hart aber fair" und den Reaktionen


Hier erhaltet ihr einen Gesamtüberblick über die Kritiken zur Sendung

Zu den aktuellen Wolfszahlen

2016 gab es 46 Rudel, 15 Paare und vier Einzeltiere (Stand: September 2016) . Kalkuliert man mit einer durchschnittlichen Rudelgröße von etwa sechs bis acht Tieren pro Wolfsfamilie und multipliziert dies mit der Anzahl der Rudel, plus die Paare und Einzeltiere, kommt man auf eine ungefähre Gesamtpopulation von 310 bis ca. 400 Wölfen in Deutschland.  

Und dann dies Aussagen von Prinz Salm-zu-Salm, die man sich erst mal auf der Zunge zergehen lassen muss: "Wölfe in Waschanlagen. Wölfe im Wald, wo Kinder leben (Häh?)... Bürger bauen einen Zaun, um ihre Kinder zu schützen.“ Rotkäppchen lässt grüßen!

Was mich am meisten schockiert hat an den Kommentaren und Zuschauerreaktionen war, dass es anscheinend mehr Vorurteile und Falschmeldungen gibt denn je und dass der Hass auf den Wolf immer größer zu werden scheint.

Ich frage mich, ob wir Wolfsexperten die letzten 30 Jahre (das Wolf Magazin gibt es sein 1990) nur an die Wand geredet haben? War alle Mühe und Aufklärung umsonst? Ist denn gar nichts hängen geblieben? Hören die Menschen nur noch das, was sie hören wollen? Oder haben uns die Plattformen für digitale Verunsicherung (Facebook & Co) das menschliche Gehirn gegrillt?

Ich fürchte, unsere Arbeit hat gerade erst angefangen.

23.01.2017

Aktuell zwei Wölfe in der Region Diepholz-Oldenburg-Vechta

Wolfsbüro: Rüde aus Mecklenburg-Vorpommern genetisch nachgewiesen

Das Wolfsbüro des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) hat am Dienstag darüber informiert, dass im Raum Diepholz-Oldenburg-Vechta im Zusammenhang mit einem Nutztierriss neben dem schon bekannten Tier ein weiterer Wolf genetisch nachgewiesen werden konnte. Das Senckenberg-Labor für Wildtiergenetik in Gelnhausen teilte mit, es handle sich um einen männlichen Wolf aus der Ueckermünder Heide in Mecklenburg-Vorpommern. Seit 2014 lebt in der Region Diepholz-Oldenburg-Vechta eine Wölfin.
(Quelle)

20.01.2017

Wolf/Sachsen: Politisch motivierte Abschussfreigabe

Gemeinsame Stellungnahme der Umweltverbände IFAW, NABU und WWF zum angekündigten Wolfs-Abschuss in Sachsen.
Berlin (ots) – In einer gemeinsamen Stellungnahme kritisieren die Naturschutzverbände IFAW, NABU und WWF einhellig und aufs Schärfste die Abschussfreigabe für einen Wolfsrüden in Sachsen. Sie sprechen von einer „politisch motivierten“ Entscheidung, der es an jeder naturschutzfachlichen Grundlage mangelt. Das zuständige Umweltministerium in Dresden hatte die Abschussfreigabe ohne Vorwarnung am späten Donnerstagnachmittag bekannt gegeben. Das Landratsamt Görlitz erteilte für die offiziell als „Entnahme“ bezeichnete Aktion eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung. Der Abschuss wurde offenbar bereits beauftragt. Die Umweltverbände prüfen derzeit rechtliche Schritte gegen die Abschussfreigabe.


Die Stellungnahme im Wortlaut:
„WWF, IFAW und NABU liegen derzeit keine Hinweise vor, dass der Wolfsrüde eine akute Gefahr für den Menschen darstellt. Auch wurden offenbar die Experten der extra dafür eingerichteten Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes für den Wolf (DBBW) nicht angehört. Die Einschätzung der in Deutschland führenden Wolfsforscher vom LUPUS Institut in Sachsen wurde sogar offensichtlich bewusst ignoriert.

Das intransparente Informationsgebaren der sächsischen Behörden legt nahe, dass hier eine politisch motivierte Abschussfreigabe erteilt wurde. Anders als im Fall des niedersächsischen Wolfsrüden MT6, der 2016 nach erfolglosen Vergrämungsversuchen abgeschossen wurde, können IFAW, NABU und WWF die aktuelle Entscheidung in Sachsen nicht mittragen. Es wurde keine Entscheidung im Sinne des Artenschutzes getroffen. Eine naturschutzfachliche Grundlage können wir nicht erkennen. Dementsprechend prüfen wir derzeit juristische Schritte gegen die Entscheidung und das Vorgehen der zuständigen Behörden in Sachsen.

Der Wolf ist eine in Deutschland streng geschützte Tierart. Jedes potentiell kritische Verhalten muss gesondert bewertet werden. Richtschnur und Leitlinie hierfür muss ein entsprechender Wolfs-Managementplan sein, der von den einzelnen Bundesländern im Vorfeld erarbeitet wurde. Die Einschätzung von Konfliktfällen beruht dabei auf einer Veröffentlichung des Bundesamtes für Naturschutz zum Umgang mit Wölfen in Deutschland. Für die Beratung der Länder im Umgang mit Wölfen wurde beim Bundesumweltministerium mit dem DBBW extra ein Expertengremium eingerichtet. Dieses jetzt nicht einmal anzuhören stellt für uns Naturschutzverbände, die wir uns um eine konstruktive Zusammenarbeit mit allen Beteiligten zum Wolf bemühen, ein eklatanter Vertrauensbruch dar.

Wirklich auffällige oder problematische Wölfe, wie es etwa bei MT6 der Fall war, können jederzeit entnommen werden. Dafür reichen die Ausnahmeregelungen des Bundesnaturschutzgesetzes bereits völlig aus.“ (Quelle)

17.01.2017

Jahresrückblick Wölfe in Sachsen 2016

Verbreitung der Wölfe in Sachsen

Im Monitoringjahr (MJ) 2015/2016 wurden im Freistaat Sachsen 15 Rudel, 3 Paare und ein territoriales Einzeltier nachgewiesen (siehe Abb. 1). Von diesen 19 Territorien konnten bisher 17 auch im laufenden Monitoringjahr bestätigt werden. Vom Cunewalde Rudel gibt es aktuell keine Nachweise mehr. Im Raum Spremberg ist es im aktuellen Monitoringjahr zu Verschiebungen zwischen angrenzenden Wolfsterritorien gekommen. Derzeit wird versucht über das Monitoring abzuklären, welche Wölfe im Gebiet zwischen Schleife und Spremberg unterwegs sind und ob das Spremberger Rudel noch existiert. Der Status in den Territorien Cunewalde und Spremberg ist derzeit unklar.
Im Raum Bernsdorf wurde im letzten Monitoringjahr ein markierendes Paar nachgewiesen. Der Rüde wurde im Oktober bei Kamenz tot aufgefunden. Einige Tage später wurde bei Bernsdorf ein Welpe angefahren und auf Grund seiner Verletzungen eingeschläfert. Die Vermutung, dass er ein Nachkomme des Bernsdorfer Wolfspaares sein könnte, bestätigte sich nicht. Bei der genetischen Untersuchung konnte der Welpe keinen genetisch bekannten Wölfen zugeordnet werden. Da in diesem Gebiet aktuell erneut ein Wolfspaar bestätigt wurde, muss es hier zu einem Wechsel gekommen sein. Aktuell wird versucht über genetische Untersuchungen festzustellen, ob der tote Welpe dem neuen Wolfspaar zuzuordnen ist und ob es sich bei diesem um dieselben Tiere handelt, die auch im Gebiet um Senftenberg (Brandenburg) nachgewiesen wurden.

Im aktuellen MJ 2016/2017 konnte bisher in 10 Territorien (Biehain, Daubitz, Gohrischheide, Knappenrode, Königsbrücker Heide, Milkel, Nochten, Raschütz, Seenland, Raum Bernsdorf) der Nachweis von Welpen erbracht werden. Außerdem gibt es aus dem Daubaner und dem Neustädter Territorium Aufnahmen aus dem Sommer von automatischen Wildkameras, welche die jeweilige Fähe mit Gesäuge zeigten. Trotz intensiven Monitorings und dem regelmäßigem Nachweis des Neustädter Wolfspaares konnten in diesem Gebiet allerdings keine Welpen nachgewiesen werden. Es ist daher zu vermuten, dass das Neustädter Paar, das sich erst im Winter 2015 etabliert hat, seinen ersten Wurf verloren hat.

Das Territorium Gohrischheide ist grenzübergreifend mit Brandenburg. Möglicher Weise sind auch die Territorien Raschütz und Raum Bernsdorf grenzübergreifend. Zusätzlich gibt es drei Wolfsterritorien (AH, RZ und Z, siehe Karte), die ihr Gebiet nur zu einem kleinen Teil auf sächsischer Seite haben und daher in den Nachbarländern mitgezählt werden.
Nachweise von einzelnen Wölfen außerhalb etablierter Territorien gab es 2016 im Bereich des Wermsdorfer Forstes im LK Nordsachsen (Dezember 2016), bei Hohnstein im LK Sächsische Schweiz – Osterzgebirge (November 2016), sowie in Tschechien an der Grenze zum Erzgebirgskreis bei Königswalde (Juli 2016). Dabei handelte es sich jeweils um Einzelnachweise. 

Abb. 1:  Wolfsvorkommen in Sachsen im Monitoringjahr 2015/2016. Die Darstellung der Territorien ist schematisch. Tatsächlich grenzen die einzelnen Territorien überall aneinander oder überlappen sich teilweise. Schraffiert gekennzeichnet ist das Gebiet Löbau/Zittau, in dem der Status unklar ist. Angrenzend an das sächsische Wolfsgebiet gibt es auch in Brandenburg und Polen flächendeckend Wolfspräsenz. Aktuell wurde darüber hinaus auch direkt südlich der sächsischen Vorkommen in Tschechien, im Schluckenauer Zipfel, ein Wolfsrudel nachgewiesen (Rumburk, in der Karte nicht dargestellt).

Tote Wölfe
Im Freistaat Sachsen wurden im Jahr 2016 insgesamt neun tote Wölfe erfasst. Davon kamen fünf Wölfe durch Autounfälle ums Leben, wobei in einem Fall der Wolfswelpe den Zusammenstoß überlebte und anschließend, aufgrund seiner schweren Verletzungen, eingeschläfert wurde. Bei der veterinärpathologischen Untersuchung stellte sich heraus, dass das Tier bereits einmal beschossen worden war, dies aber überlebt hatte. Zwei Wölfe starben eines natürlichen Todes: beide Tiere waren stark abgemagert und wiesen entzündete Verletzungen auf. In zwei Fällen blieb die Todesursache unklar: Bei einem im Mai bei Cunewalde (LK Bautzen) gefundenen Wolf, dessen Kadaver schon zu verwest war für eine Todesursachenbestimmung und bei einem Totfund im Juli bei Horka (LK Görlitz). Hier hatte zunächst der Verdacht auf eine illegale Tötung bestanden. Dies konnte durch die Untersuchung am Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin jedoch nicht bestätigt werden.

Besondere Vorkommnisse
Seit Mitte November 2016 sind dem Wolfsmanagement wiederholt Sichtungen eines Wolfes bei Teicha – Neuhammer – Alte Ziegelei (Gemeinde Rietschen, LK Görlitz) gemeldet worden, der im Siedlungsbereich Futter sucht. Zunächst wurde das Tier im Laufe von zwei Wochen mehrmals zu unterschiedlichen Tageszeiten, jedoch häufig vormittags, im Siedlungsbereich beobachtet. Bei einigen Sichtungen befand sich der Wolf auf bzw. in der unmittelbaren Nähe von bewohnten Grundstücken. Die Beschreibungen der Sichtungen weisen darauf hin, dass der Wolf auf der Suche nach Futter war.
Während in der ersten Dezemberhälfte nur noch sporadische Hinweise auf den Wolf eingingen, tritt der Wolf seit der zweiten Dezemberhälfte wieder vermehrt in Erscheinung, wobei er nun überwiegend abends/nachts im Siedlungsbereich unterwegs ist. Die meisten Hinweise liegen im Moment durch Aufnahmen von Fotofallen vor. In einigen Fällen wurde das Tier auch direkt gesichtet, diese fanden dann meist vom Haus aus oder aus dem Fahrzeug statt. Bei direkter Begegnung mit Menschen, die als solche zu erkennen sind (Menschen zu Fuß), zog sich das Tier zurück.

Seit Eingang der ersten Sichtungsmeldungen wird die Situation vor Ort durch ein intensives Monitoring beobachtet. Das Landratsamt Görlitz beauftragte dafür das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung, welches in Sachsen die Kernkompetenz für das Wolfsmonitoring ist. Außerdem wurde durch das Kontaktbüro "Wölfe in Sachsen" die Informationsarbeit vor Ort verstärkt, um die Bevölkerung über das Tier auf zu klären. Die Anwohner wurden dazu aufgerufen, keinerlei Essensreste auf Komposthaufen oder in Siedlungsnähe zu entsorgen, um dem Tier nicht weiter Anreiz zu bieten, im Siedlungsbereich auf Nahrungssuche zu gehen. Wolfshinweise werden vom Kontaktbüro, dem Landkreis und direkt von LUPUS entgegen genommen. Allen Hinweisen wird zeitnah nachgegangen. Vor Ort wurde außerdem mit einem Hund nach Auslösereizen (Nahrung) gesucht, Genetikproben sichergestellt und verstärkt Fotofallen aufgestellt. Auf einigen Fotofallenaufnahmen ist zu sehen, wie der Wolf Fressbares von Komposthaufen holt. Einige Anwohner haben zudem eigene Fotofallenplatziert und leiten Wolfsaufnahmen an das Wolfsmanagement weiter.

Abb. 2. Jährlingsrüde aus dem Ruszow Rudel hält sich seit November 2016 bei Rietschen auf und sucht im Siedlungsbereich nach Futter, z.B. an Komposthaufen.(Fotofallenaufnahme)

Mittels genetischer Untersuchung konnte die Identität des Wolfes ermittelt werden. Es handelt sich um einen Jährlingsrüden aus dem polnischen Ruszow Rudel (Abb. 2). Das Ruszow Territorium erstreckt sich überwiegend auf polnischer Seite direkt angrenzend an Sachsen etwa auf Höhe von Rothenburg O.L. (LK Görlitz). Nach Angaben polnischer Wissenschaftler ist dieses Tier als Welpe von Menschen gefüttert worden.
Durch den genetischen Abgleich konnte nun nachträglich geklärt werden, dass es sich um denselben Wolf handelt, der Anfang Juni 2016 dabei beobachtet wurde, wie er vom Vorhof eines Grundstücks im Rothenburger O.L. Ortsteil Lodenau die Schwarte (Fell) eines dort am selben Tag zerlegten Wildschweins in das angrenzende Waldstück verschleppte (Kontaktbüro berichtete).

Nach den vorliegenden Erkenntnissen ist davon auszugehen, dass der Wolf in der Vergangenheit bereits mehrmals Nahrung in der Nähe von Menschen erhalten bzw. gefunden hat und auf Grund dieser, für ihn positiven Erfahrungen, gezielt Siedlungen auf der Suche nach Fressbarem aufsucht. Das Verhalten des Tieres ist für einen wilden Wolf ungewöhnlich und nur durch die Vorgeschichte dieses Individuums zu erklären. Bislang hat das Tier keinen direkten Kontakt zu Menschen gesucht und geht einer direkten Begegnung aus dem Weg. Derzeit gibt es keine Hinweise auf ein sicherheitsrelevantes Verhalten gegenüber Menschen. Trotzdem ist ein solches Verhalten unerwünscht und für die Anwohner vor Ort nicht dauerhaft zumutbar.
Das Sächsische Wolfsmanagement beobachtet die Lage weiterhin intensiv. Sofern es die Lage erfordert wird das Landratsamt Görlitz geeignete Maßnahmen entsprechend des Managementplans für den Wolf in Sachsen veranlassen.

Herdenschutz
Im Jahr 2016 wurden dem sächsischen Wolfsmanagement insgesamt 71 Übergriffe auf Nutztiere gemeldet. Davon konnte in 44 Fällen der Wolf als Verursacher festgestellt bzw. nicht ausgeschlossen werden. Zwei weitere Fälle sind noch in Bearbeitung. Bei den 44 bestätigten Übergriffen wurden 219 Nutztiere getötet, 15 sind vermisst und 19 weitere wurden verletzt. Bei den geschädigten Nutztieren handelt es sich um 222 Schafe, 4 Ziegen, 3 Rinder und 24 Stück Wild in Gattern (Dam-, Sika- und Muffelwild).

Die meisten Übergriffe im letzten Jahr fanden im Territorium des Rosenthaler Rudels statt. Seit der Etablierung des Rosenthaler Wolfspaars im Sommer 2013 im Raum Rosenthal kam es immer wieder zu Übergriffen auf Schafe. 2014 waren es insgesamt achtzehn Übergriffe, 2015 sechszehn Übergriffe und 2016 elf Übergriffe. Anfangs wurden vermehrt ungeschützte bzw. nicht ausreichend geschützte Tiere angegriffen. Mit der Zeit waren auch solche, die nach den Anforderungen zur Gewährung von Schadenausgleichzahlungen (Mindestschutz) geschützt waren, betroffen. Zehn der 11 Übergriffe 2016 fanden auf Schafe statt, die hinter Festzäunen gehalten wurden.
Gemäß dem Managementplan für den Wolf in Sachsen ist in Fällen, in denen Wölfe wiederholt geschützte Nutztiere töten, zunächst die Suche nach sicheren Schutzmethoden vorgesehen. Das Wolfsmanagement zielt in der gegenwärtigen Situation daher darauf ab, die Schutzsituation von Schafen und Ziegen im Bereich des Rosenthaler Rudels flächendeckend zu verbessern. Neben Informationen zum Herdenschutz und den Fördermöglichkeiten, z.B. durch Pressemitteilungen, wurden 2015 und 2016 im Territorium des Rosenthaler Rudels kostenlos ca. 17.000 Meter „Flatterband“ (Breitbandlitze) und zugehörige Weidepfähle an Schaf – und Ziegenhalter verteilt. Zusätzlich können sich Tierhalter individuell über Schutzmaßnahmen vor Ort beraten lassen. Dies wird insbesondere Tierhaltern empfohlen, die ihre Schafe hinter einem Festzaun halten. Festzäune aus Maschendraht, Knotengeflecht oder ähnlichem Material stellen eine rein physische Barriere dar, da sie anders als Elektrozäune, über keine aktive, abschreckende Wirkung verfügen. Erfahrungsgemäß können sie von Wölfen leicht untergraben oder übersprungen bzw. überklettert werden. Das Wolfsmanagement empfiehlt daher den Einsatz von Elektrozäunen, in Kombination mit „Flatterband“, welches 20 – 30 cm darüber gespannt werden soll.

Sollten die empfohlenen Schutzmaßnahmen keine Wirkung zeigen, kann die Entfernung eines Wolfes als letztes Mittel ergriffen werden.

Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern im gesamten Freistaat Sachsen haben die Möglichkeit, sich Herdenschutzmaßnahmen zu 80% der Nettokosten fördern zu lassen. Dies wurde wieder von zahlreichen Tierhaltern angenommen. So wurden in 2016 insgesamt 489 Anträge mit einem Gesamtvolumen von 338.771,70  EUR ausgezahlt. Frühzeitig umgesetzte, präventive Herdenschutzmaßnahmen können helfen, Übergriffe auf Nutztiere minimieren.

Umbenennung zu Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“
Zum 01.01.2017 wurde das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“, die zentrale Informationsstelle zum Thema Wolf im Freistaat Sachsen, umbenannt in Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“.
Bei der Gründung des Kontaktbüros 2004, gab es in der sächsischen Lausitz mit einem Wolfsrudel und einem Wolfspaar das einzige Vorkommen von wildlebenden Wölfen in Deutschland. Der Titel des Kontaktbüros stellte damals diesen regionalen Bezug dar. Inzwischen ist das Wolfsvorkommen nicht mehr auf die Lausitz begrenzt. Vor diesem Hintergrund und auch angesichts der Tatsache, dass das Kontaktbüro seit der Entstehung des Managementplans für den Wolf in Sachsen im Jahr 2009 als die zentrale Ansprechstelle zum Thema Wolf für den ganzen Freistaat zuständig ist, wurde der Name des Büros angepasst.
Der Sitz des Kontaktbüros in Rietschen und somit auch Telefon- und Faxnummer sind unverändert geblieben, aber die E-Mail und Website-Adresse sind neu. Ab sofort ist das Kontaktbüro unter der E-Mailadresse kontaktbuero@wolf-sachsen.de erreichbar. Die neue Internetadresse lautet: www.wolf-sachsen.de.

Ansprechpartner zum Thema Wolf in Sachsen
An wen wende ich mich wenn meine Nutztiere getötet oder verletzt wurden?
Was ist beim Auffinden eines toten/verletzten Wolfes zu tun?
Wo bekomme ich Antworten auf Fragen zum Wolf?

Seit 2009 ist der Managementplan für den Wolf in Sachsen in Kraft. Zuständig für die Umsetzung des Wolfsmanagements in Sachsen sind die Landratsämter. In jedem Landratsamt der Landkreise und kreisfreien Städte gibt es geschulte Mitarbeiter. Sie nehmen Meldungen zu wolfsrelevanten Themen entgegen und sind vorrangig für die Begutachtung von toten Nutztieren zuständig.

Zusätzlich gibt es sachkundige Institutionen und Personen, welche die Kernkompetenzen im sächsischen Wolfsmanagement bilden:

Das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und –forschung (Dipl.-Biol. Gesa Kluth und Dipl.-Biol. Ilka Reinhardt) ist seit dem Jahr 2002 mit dem wissenschaftlichen Wolfsmonitoring (Bestandserfassung und -überwachung) beauftragt. Diese Arbeiten werden im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) vom Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz fachlich betreut und koordiniert.

LUPUS Institut
Tel. 035727 / 577 62
E-Mail: kontakt@lupus-institut.de

Der Wolfsbeauftragte Herr Dipl.-Forsting.(FH) André Klingenberger mit Sitz im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft ist mit der Aufarbeitung der Daten im Bereich Herdenschutz, sowie dem Bearbeiten von Schadensausgleichzahlungen beauftragt. Außerdem berät er Tierhalter in den Landkreisen Görlitz, Bautzen, Meißen und Sächsische Schweiz – Osterzgebirge, sowie in der Stadt Dresden.

André Klingenberger
Tel. 035932 / 365 31
E-Mail: andre.klingenberger@smul.sachsen.de

Für die Beratung von Tierhaltern in den Landkreisen Nordsachsen, Leipzig, Mittelsachsen, Zwickau, Erzgebirge und Vogtland, sowie den Städten Leipzig und Chemnitz ist Herr Dipl.-Agraring. Ulrich Klausnitzer vom Fachbüro für Naturschutz und Landschaftsökologie in Roßwein, OT Haßlau zuständig.

Ulrich Klausnitzer
Tel.: 0151 / 5055 1465
E-Mail: herdenschutz@klausnitzer.org

Die Beratungen für die Tierhalter sind für diese kostenfrei und können auch vor Ort zur Klärung offener Fragen stattfinden.

Die Öffentlichkeitsarbeit wird vom Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ in Rietschen zentral geleitet. Seit September 2004 ist das Kontaktbüro die zentrale Ansprechstelle für die Informations- und Aufklärungsarbeit zum Thema Wolf in Sachsen gegenüber der Bevölkerung und der Presse im gesamten Freistaat. Es wurde vom SMUL und dem Niederschlesischen Oberlausitzkreis eingerichtet und befindet sich in der Trägerschaft des Landkreises Görlitz.

Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“
Tel. 035772 / 467 62
E-Mail: kontaktbuero@wolf-sachsen.de
Weitere Informationen zum Thema Wolf finden Sie unter www.wolf-sachsen.de

Abkürzungen
LK - Landkreis,  MJ -     Monitoringjahr (01.05.XX bis 30.04. des darauffolgenden Jahres), SMUL    - Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Alle Fotos und Skizzen: © LUPUS

07.01.2017

NABU: Unnötige Wolfs-Debatte von Agrarminister Schmidt - für Wölfe kann es derzeit überhaupt keine Abschussquote geben

Berlin (ots) - Der NABU hält die in den vergangenen Wochen von Politikern der CDU/CSU und verschiedenen Interessenverbänden der Nutztierhalter und Jäger geführte öffentliche Debatte zur Aufweichung des Schutzstatus' von Wölfen für unnötig und fordert von der Politik ein klares Bekenntnis zum Schutz des Wolfes. Dazu NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller:

"Der Wolf ist nach nationalem und internationalem Recht streng geschützt. In Deutschland kann es für ihn derzeit überhaupt keine Abschussquote geben, das weiß auch Minister Schmidt. Aber glücklicherweise ist er auch gar nicht zuständig für den Wolf."

Die von ihm angestoßene Debatte gehe in die falsche Richtung, so Miller. "Die Frage ist nicht ob, sondern wie wir mit dem Wolf leben können. Der Wolf gehört zu Deutschland und er hat hierzulande noch lange keinen stabilen Bestand erreicht. Wir fordern von der Politik, und auch von dem für die Jagd und die Nutztierhaltung zuständigen Minister Schmidt, sich klar zum Schutz des Wolfes zu bekennen. Der NABU lehnt eine Herabstufung des Schutzstatus' sowie eine Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht strikt ab."

Obwohl die Zuwachsraten der Wolfspopulation in Deutschland von manchem derzeit als hoch empfunden würden, seien die Wachstumsraten aus biologischer Sicht vollkommen normal. Auch ohne Eingriffe würden sie wieder abflachen. Mit derzeit 46 Rudeln sei der Wolfsbestand in Deutschland keinesfalls ausreichend stabil.

Mit Blick auf die vielfach diskutieren Übergriffe von Wölfen auf Nutztiere sieht der NABU in möglichen Abschüssen keine Lösung. NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: "Bei Übergriffen stellen wir fest, dass es fast immer zu Fehlern beim Schutz der Herden kam. Es wäre falsch, den Landwirten jetzt vorzugaukeln, mit dem Abschuss eines einzelnen Wolfes sei ihnen geholfen. Der Rest des Rudels wird dadurch keine Angst vor Weidetieren bekommen. Die Tötung eines Wolfes ist ein völlig ungeeignetes Mittel zum Schutz von Nutztieren." Stattdessen sei es wichtig, die Tierhalter stärker beim Schutz ihrer Herden, beispielsweise durch spezielle Zäune und Herdenschutzhunde, zu unterstützen und diese Maßnahmen ausreichend zu finanzieren.

"Hier ist auch das Bundeslandwirtschaftsministerium und damit Herr Schmidt in der Verantwortung. Ähnlich wie es das Bundesumweltministerium vor einem Jahr mit der Einrichtung einer zentralen Dokumentations- und Beratungsstelle für den Wolf vorgemacht hat, sollte jetzt das Bundeslandwirtschaftsministerium ein Kompetenzzentrum für den Herdenschutz aufbauen", so Miller. (Quelle)