13.02.2017

Brandenburg: Position des Ökologischen Jagdvereins zum Wolfsmanagementplan


ÖJV Brandenburg positioniert sich zum Wolfsmanagementplan des Landes Brandenburg: Kooperation statt Konkurrenz/keine Aufnahme ins Jagdrecht/Artenschutzkriminalität aufklären/keine Hunde mehr töten.

Am 5. April 2017 trifft sich das IV. Plenum zu Managementplan Wolf Land Brandenburg, um über den fortzuschreibenden Wolfsmanagementplan zu beraten. Hierzu baten die Artenschützer des MLUL um Stellungnahmen der Verbände.

Der ÖJV Brandenburg begleitet das Wolfsmanagement seit mehreren Jahren. Als Fürsprecher natürlicherer oder zumindest naturnäherer Landschaften begrüßt er die Wiederbesiedlung Brandenburgs durch den Wolf ohne Einschränkung. Simon Karrer, zuständig im ÖJV für das Thema:

„Der Wolf ist eine einheimische Art, er bereichert das noch vorhandene Artenspektrum, er ist
Fitnesstrainer unserer Wildbestände. Wir betrachten den Wolf nach wie vor nicht als jagdlichen
Konkurrenten. Wenn zwei das gleiche wollen, gibt es auch immer die Möglichkeit zu kooperieren.“ 


Das Streben des ÖJV zielt auch auf die Reduzierung der überhöhten Schalenwildbestände. In diesem Sinne hoffen die ökologischen Jagenden auf eine Unterstützung durch die wachsende Wolfspopulation. Wölfe und Rehe kennen sich seit Jahrtausenden, sie sind aneinander angepasst. Jegliche Spekulation über eine Ausrottung einheimischer Arten durch den Wolf ist abwegig. Dass das Muffelwild in Brandenburg als nichtheimische und damit eben nicht angepasste Art seine letzten Tage erlebt ist logisch, notwendig und zu begrüßen.

Fest steht: wir Menschen müssen uns anpassen. Die Jagenden genauso wie die Weidetierhalter, deren Anliegen dem ÖJV keineswegs fremd sind. Unser Verein versteht vollkommen die Problemlage, warnt aber eindringlich davor, den Wolf als alleinigen Grund für die ökonomischen Schwierigkeiten zu brandmarken. Zu klären wäre, warum es das Herdenschutzzentrum, das 2013 etabliert werden sollte, noch nicht gibt.

Der ÖJV warnt eindringlich davor, irgendeine Art der Bejagung der Wolfspopulation in Betracht zu ziehen. Die Tötung von Problemwölfen ist jetzt bereits möglich, die damit betrauten Behörden gehen damit verantwortungsvoll um. Jede darüber hinaus gehende Möglichkeit, Wölfe legal der Wildbahn zu entnehmen, würde die Wiederbesiedlung stark gefährden und im Falle besetzter Wolfsreviere mehr Probleme verursachen. In diesem Zusammenhang fordert der ÖJV die gründliche Untersuchung und Aufklärung aller illegalen Wolfstötungen sowie eine strenge Bestrafung der Täter. Es kann nicht sein, dass schwere Artenschutzkriminalität in den Bereich des Kavalierdeliktes driftet. Das MLUL ist aufgefordert, sich innerhalb der Landesregierung für ein entsprechendes Ermittlungsreferat der Polizei stark zu machen. Darüber hinaus ist die Abschaffung des Tötungsrechtes gegenüber Hunden im Jagdrecht ein wichtiger Schritt, um illegalen Wolfstötungen keinen Vorschub zu leisten. Hier sollte das Land Brandenburg seine Abweichungskompetenz nutzen und mit gutem Beispiel voran gehen. (PM ÖJV Brandenburg, 13.2.17)