25.03.2017

Wissen Wolf: Verstoßen Herdenschutzhunde im Einsatz gegen den Tierschutz?

Wenn Tierschutz absurd wird

Inzwischen sollte landesweit bekannt sein, dass die Verbindung von Elektrozaun und Herdenschutzhund der beste Schutz der Schafe vor Wölfen ist. Das könnte jetzt alles aus Tierschutzgründen verboten werden.

In einem TV-Beitrag berichtete am 20. März der SWR in seiner Sendung „Aktuell“, dass die Tierschutzbeauftragte von Baden-Württemberg der Meinung sei, Elektrozäune und Herdenschutzhunde zusammen würden gegen das Tierschutzrecht verstoßen und die HSH eigentlich eine Rückzugsmöglichkeit bei schlechtem Wetter bräuchten. (Quelle: Dr. Oliver Faass)

Hier die TV-Sendung
Der HSH-Beitrag beginnt bei ca 15 Min und ist 3 Minuten lang.

Die entsprechende Antwort der Tierschutzbeauftragten finden Sie hier.

HSH in der Schweiz (Foto: David Gerke)
In der Tat kann in Deutschland die Haltung von HSH teilweise zu Kollisionen mit den Vorschriften des Tierschutzes führen.
§ 4 Abs. 1 Tierschutz-Hundeverordnung (TierSchHundeV) besagt, dass beim Halten im Freien dem Hund eine Schutzhütte zur Verfügung stehen muss, die ihn auch vor Kälte und Regen schützt. Diese Regelung ist zwar normalerweise notwendig und vernünftig, für den Einsatz von HSHs jedoch wirklichkeitsfremd. Dann müssten beispielsweise Wanderschäfer ständig eine Schutzhütte pro Hund mitführen (HSH + Hütehunde).
Um für einen effizienten Herdenschutz die Arbeit von Herdenschutzhunden nicht zu behindern oder gänzlich unmöglich zu machen, muss in die Regelung des § 4 Abs. 1 TierSchHundeV unbedingt eine Ausnahmeregel aufgenommen werden.